Und wieder bleibt die Schranke am Bahnübergang in Aistaig oben, obwohl der Zug kommt – zum Schrecken der Bürger. Wir fragen bei der Bahn nach: Wird jetzt reagiert?
„Achtung, am Bahnübergang in Aistaig scheint es wieder einen Defekt zu geben. Polizei ist vor Ort“, wird am Wochenende über eine Oberndorfer Facebook-Gruppe gewarnt. Verärgerte Kommentare wie „Hier bekommen Sie nicht einmal ein paar Bahnschranken zum Funktionieren“ folgen sogleich. Nicht überraschend, denn die Schranken am Bahnübergang in Aistaig schließen schon zum wiederholten Mal nicht, obwohl der Zug kommt.
Das Problem, dass die Schranke nicht schließt, besteht wohl schon seit September 2025 und ist seitdem schon einige Male aufgetreten. Teilweise hätten über mehrere Tage rund um die Uhr Mitarbeiter der Bahn an den Gleisen gestanden, um für die Sicherheit zu sorgen, hatte uns Aistaigs Ortsvorsteher Frank Ade im vergangenen November berichtet.
Mal lag es an einem technischen Defekt der Schranke – so kam es Ende 2025 beispielsweise zu einem dramatischen Vorfall in Aistaig, bei dem ein Lastwagenfahrer zwischen den abgesenkten Schranken auf den Schienen steckte und aus Furcht, vom Zug erfasst zu werden, aufs Gas trat und die Schranke durchbrach.
Probleme mit der Kameraüberwachung
In weiteren Fällen sprach die Bahn von einer anderen Störung, so auch im Februar 2026. Die Schrankenanlage selbst bereite keine Probleme mehr, hieß es da unserer Redaktion gegenüber.
Der Bahnübergang Aistaig werde per Kamera vom Bahnhof in Rottweil aus überwacht. Der Zugverkehrssteurer gebe die Strecke zur Durchfahrt frei, wenn er auf der Kamera sehe, dass die Schranke geschlossen und der Bahnübergang frei sei. Jedoch sei das Datenkabel für die Kamera „leider schon mehrfach“ bei Bauarbeiten „auf einer Baustelle Dritter“ beschädigt worden, hieß es im Februar. Die Kameraüberwachung sei dann nicht mehr möglich, und der Zug müsse sich „rübertasten“.
Defektes Teil ausgetauscht
Und was war am vergangenen Wochenende los, als die Schranke wiederholt oben blieb und Züge mit Warnsignal zu hören waren? Am Freitagmorgen sei eine Störung der Kameratechnik festgestellt worden, berichtet uns ein Sprecher der Bahn am Mittwoch auf Nachfrage. Wenn der Monitor nicht mehr funktioniere und eine Überwachung des Bahnverkehrs damit nicht mehr möglich sei, so sei der Lokführer dazu angehalten, vor dem Bahnübergang zu halten, ein akustisches Warnsignal zu geben und dann langsam weiterzufahren.
Am Dienstag habe ein Techniker nun einen defekten Zwischenverstärker ausgetauscht. Auf die Frage, warum das erst nach fünf Tagen möglich war, teilt der Sprecher mit, man habe die Ersatzteile nicht auf Lager gehabt, sondern erst beschaffen müssen.
Nach der Behebung des Problems dürften sich die Schranken nun wieder zuverlässig senken, wie der Sprecher bestätigt. Ein mulmiges Gefühl dürfte bei manchem, der den Bahnübergang in Aistaig überquert, nach den wiederholten Vorfällen aber dennoch bleiben.