Dank eines späten Treffers bleibt der TuS Kleines Wiesental weiter auf Meisterkurs in der Kreisliga A-West. Bei Schopfheim und Rheinfelden II gab es derweil bemerkenswerte Comebacks.
Vielleicht ist es in gewisser Weise das Glück des Tüchtigen, das sich der TuS Kleines Wiesental in den vergangenen Monaten verdient hat. Denn ansonsten wäre die Partie gegen den TuS Lörrach-Stetten II am Sonntagnachmittag auf dem Kunstrasenplatz in Tegernau wohl vermutlich eher 2:2-Unentschieden ausgegangen.
So aber besorgte Hannes Kraft in der fünften Minute der Nachspielzeit mit einem Handelfmeter doch noch den 3:2-Heimsieg gegen die Bezirksliga-Reserve. Da waren die Gäste von der Tullastraße schon mit einem Mann weniger auf dem Platz unterwegs. Piet Loos wurde von Schiedsrichter Andreas Schmidt mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen. Nach 45 Minuten hieß es indes schon 2:2. Die Zuschauer bekamen einiges geboten, beide Teams spielten mit offenem Visier. Peter Krieg brachte die Seinen nach fünf Minuten zunächst aus etwa 25 Metern in Führung.
Wilde Viertelstunde in Durchgang eins
Ob der 1:1-Ausgleichstreffer wirklich so gewollt war, das sei mal dahingestellt, wird Jonas Leischner aber sicherlich egal gewesen sein. Der 19-Jährige verwandelte eine Freistoß-Flanke,direkt in die Maschen. Die Kleinwiesentäler schüttelten sich anschließend nur ganz kurz und schon war die Mannschaft von Trainer Benjamin Bechtel wieder vorne. Der spielfreudige Fabian Dreher ließ seinen Gegenspieler alt aussehen und schob den Ball ins linke untere Eck zum 2:1.
Und während die Gastgeber gerade auf das dritte Tor drückten, spielte erneut Leischner den Spielverderber. Wunderschön aus 25 Metern jagte der Mittelfeldspieler die Kugel in den Knick. Für den 17. Saisonsieg sorgte dann Hannes Kraft. Überhaupt nicht einverstanden mit der Leistung des Schiedsrichters war Florian Zeqiraj, der nach dem Schlusspfiff ununterbrochen auf Schmidt einredete. .
Letztlich doch noch souverän hatte sich schon am Samstag der SV Schopfheim beim FC Bad Bellingen II durchgesetzt. Am Ende schlug nach Treffern von Sergio Cammarano (2x) und Serkan Korkmaz ein 3:0 bei der Landesliga-Reserve zu Buche. Alle Tore fielen nach dem Seitenwechsel. Beim Stand von 1:0 wechselte sich Schopfheims Trainer Fatih Cam selbst ein.
Cam gibt „sein letztes Hemd“ für den SV Schopfheim
„Ich war jetzt seit zwei Wochen immer im Training dabei und bin auch einigermaßen fit. Die 25 Minuten habe ich nun gegen Bad Bellingen mitwirken können.“ Nicht auszuschließen, dass Cam auch künftig vielleicht noch den einen oder anderen Kurzeinsatz haben wird. „Ich werde weiter mit der Mannschaft trainieren“, sagt der SVS-Coach und wird dann emotional: „Für den Verein gebe ich alles, sogar mein letztes Hemd. Das klingt kitschig, ist aber so.“
Keine Treffer bekam Cam übrigens in der Partie des FC Hausen gegen den FC Steinen-Höllstein zu sehen. Am kommenden Wochenende kommt es zum Duell der Schopfheimer am Oberfeld gegen den FCH. Die große Chance auf den 1:0-Siegtreffer hatte in der 80. Minute Hausens Marco Fritzsche. Doch Norman Berger parierte den Foulelfmeter des Angreifers. Vier Zähler trennen Schopfheim und Hausen jetzt vor dem direkten Aufeinandertreffen. Mit einem Schopfheimer Sieg sollte die Cam-Elf zumindest schon mal die Relegation wohl sicher haben.
Auch beim FSV Rheinfelden II kam es zu einem bemerkenswerten Comeback auf dem Rasen. Bei der 1:2-Niederlage in Wallbach wurde Musa Musliu nach einer Stunde eingewechselt. Der 41-Jährige hatte zuletzt die „Erste“ des FSV und den SV Herten gecoacht. Letztmals für eine Aktivmannschaft hatte Musliu im Trikot des SV Herten in der Bezirksliga im Oktober 2021 gespielt.