Torhüter Gabriel Gianfriddo und Coach Marvin Petzschner freuen sich nach Abpfiff gemeinsam über den Klassenerhalt. Foto: Kara

In letzter Sekunde gelang der Balinger U15 vergangenes Wochenende der Klassenerhalt. Wir haben mit dem scheidenden Trainer gesprochen.

„Das war ein Drehbuch, mit dieser Dramaturgie, das man so eigentlich nicht schreiben kann. Wir werden das im positiven Sinne nie vergessen“, erzählt Marvin Petzschner gegenüber unserer Redaktion. Vor knapp einer Woche hat der Trainer mit der U15 der TSG Balingen den Klassenerhalt gesichert – und zwar buchstäblich in letzter Minute.

 

Es spielten sich emotionale Szenen auf dem Kunstrasen an der Bizerba-Arena ab. Petzschner stürmte schon nach dem Treffer jubelnd auf den Platz. Als dann kurze Zeit später der Abpfiff ertönte, übermannten ihn die Gefühle vollständig und so manche Träne lief über sein Gesicht. Er sagt: „Ich war einfach glücklich, dass die Jungs für den Fleiß und ihr Engagement in dieser Saison mit dem Klassenerhalt belohnt worden sind. Ich hatte immer das Gefühl, dass es verdient wäre, wenn wir die Liga halten.“

Weiter beim SSV Reutlingen

Hinzu kommt: Für Petzschner war es das letzte Spiel als Coach bei den Eyachstädtern, ihn zieht es zum SSV Reutlingen, wo er ebenfalls die U15 trainieren wird. „Es stand schon früh im Jahr fest, dass ich mich verändern werde. Umso mehr war es mir auch wichtig, einen coolen Abschied hier zu haben. Es war eine tolle Zeit bei der TSG“, so Petzschner.

Dank dem 2:1-Erfolg gegen Radolfzell spielt der Nachwuchs der Kreisstädter also auch kommende Saison in der Oberliga. Am Ende holte man 25 Punkte und damit einen Zähler mehr als Astoria Walldorf, die letztlich abstiegen. Mit Gegnern wie dem Meister SSV Ulm, Karlsruher SC, Waldhof Mannheim oder dem SV Sandhausen war es eine ganz stark besetzte Liga. Petzschner analysiert: „Es ist ein Riesenerfolg, der so auch nicht erwartbar gewesen ist. Wir hätten es zudem schon früher klar machen können, haben aber den ein oder anderen Matchball vergeben.“

Klar verbessert

13 Punkte holte man in der Vorrunde, deren zwölf waren es in der zweiten Halbserie. Petzscher meint: „In der Hinrunde haben wir bekommen, was wir verdient hatten. In der Rückrunde war es nach meinem Gerechtigkeitsempfinden zu wenig. Wir haben uns inhaltlich klar verbessert.“

Und er sieht auch die individuelle Entwicklung beim Team positiv: „Bei aller Bewertung durch Platzierungen darf man nicht vergessen, um was es in diesem Altersbereich primär geht. Jeder hat sich auch individuell weiterentwickelt.“ So verlassen drei Spieler die TSG in Richtung von Nachwuchsleistungszentren. Es war auch für das Team in dieser Konstellation die letzte gemeinsame Begegnung – und wie Petzschner bereits sagt, das Drehbuch hätte nicht besser sein können.