Der Rohling des neuen Brunnens wird vom Tieflader auf seinen endgültigen Platz gesetzt. Foto: Thomas Wuttke

In Riedöschingen wird der Rohling des neuen Brunnens wird am 27. Mai angeliefert und soll mit den fertiggestellten Bauarbeiten bis Ende Juni in neuem Glanz erstrahlen.

Der massive Betonrohling des neuen St. Martinsbrunnens wurde am 27. Mai mit einem Tieflader in den Ortskern Riedöschingens gebracht und anschließend per Kran millimetergenau an seinen vorgesehenen Platz gehoben. Aus Bauperspektive eher unspektakulär, ist für die Ortsgemeinschaft in Riedöschingen dieser Abschnitt aber umso wichtiger.

 

Der neue Brunnen wurde als Einzelanfertigung aus einem Stück Beton gegossen. Wegen seines hohen Gewichts und der besonderen Maße war für den Transport und das Einsetzen ein Tieflader mit Spezialkran notwendig. Nach Angaben von Ortsvorsteher Rainer Linke, der die Aktion aufmerksam verfolgte, verlief alles ohne größere Probleme. „Das war gänzlich routiniert und ging reibungslos über die Bühne.“ Schon nach kurzer Zeit stand der Rohling an seinem endgültigen Platz auf der Straße.

Mit der Anlieferung endet zugleich eine lange Diskussion um die Zukunft des Martinsbrunnens. Im Zuge der Bauarbeiten an der Hauptstraße war zeitweise sogar im Gespräch, den Brunnen vollständig zu entfernen. Viele Bürger sahen den Brunnen als wichtigen Bestandteil des Ortsbildes und wollten auf das Wahrzeichen nicht verzichten.

Schließlich formierte sich sogar eine Bürgerinitiative, die sich mit Nachdruck für den Erhalt einsetzte. Nach mehreren Gesprächen und Beratungen entschied man sich dafür, einen neuen Brunnen zu planen und an die veränderte Verkehrsführung anzupassen. Der neue Brunnen fällt nun etwas kleiner aus als das bisherige Bauwerk. Nach Einschätzung der Verantwortlichen aus dem Landratsamt war dies notwendig, um den Platzverhältnissen in der Otto-Efferenn-Straße gerecht zu werden und gleichzeitig die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten, denn der alte Brunnen ragte ein Stück weit in die Fahrbahn.

Weitere Arbeiten stehen an

Bis der Brunnen vollständig fertiggestellt ist, stehen allerdings noch mehrere Arbeitsschritte an. In den kommenden Tagen soll zunächst die Säule wieder aufgebaut werden. Anschließend übernimmt ein Gipser die Verkleidung des Bauwerks. Danach werden die Flächen rund um den Brunnen neu gepflastert und verfüllt. Zudem ist vorgesehen, dass ein Schlosser weitere Arbeiten an den metallischen Elementen ausführt. Am alten Brunnen waren ein Geländer und die Halterungen der Blumenkästen, die von den Landfrauen gepflegt werden. Diese müssen auch wieder angebracht werden.

Positives Signal

Für viele Menschen im Ort markiert die Anlieferung dennoch einen wichtigen Meilenstein. Der neue Brunnen gilt als Zeichen dafür, dass sich bürgerschaftliches Engagement auszahlen kann. Ortsvorsteher Linke sieht darin ein positives Signal für das Zusammenleben im Dorf. Die Diskussionen seien teilweise emotional geführt worden. So erinnere er sich lebhaft an die Bürgerversammlung im April 2025. Am Ende habe sich aber auch gezeigt, dass demokratische Prozesse funktionieren können. „Wir sehen, dass Bürgerwillen respektiert wird“, sagte er. Mit dem neuen Brunnen erhält Riedöschingen nun nicht nur ein erneuertes Gestaltungselement im Ortskern, sondern auch ein Symbol für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft.

Fortsetzung folgt

Die Bauarbeiten des zweiten Bauabschnitts
werden noch bis in den Juni fortbestehen und laut Plan pünktlich zum Jubiläumsfest der Freiwilligen Feuerwehr am ersten Juliwochenende 2026 beendet sein. Das Fest findet in unmittelbarer Nähe zum neuen Martinsbrunnen statt.