Das hatte sich Organisator Karl Henssler wohl anders vorgestellt: Weil ihm eine wichtige Zustimmung zu fehlen scheint, hat er in der Nacht zum Sonntag das auf dem Flugplatz Zepfenhan/Rottweil geplante Festival abgesagt.
Das „Bang Festival“ stand wohl von Anfang an unter keinem guten Stern. Nach dessen Ankündigung ging das Team des Balinger Festivals „Bang Your Head“ Anfang Dezember auf die Barrikaden, warf Nachahmung vor und distanzierte sich klar vom Rottweiler Festival.
Andere meinten, das Festival, das vom 10. bis 12. Juli stattfinden sollte, sei ein Fake, und verwiesen etwa auf das angekündigte „Special“, Besucher könnten sich angeblich per Flugzeug auf das Festivalgelände (den Flugplatz Zepfenhan/Rottweil) fliegen lassen.
Bedenken im Vorfeld
Kritik und Bedenken kamen ebenfalls auf, weil auf dem Polizeirevier in Rottweil bis dato noch keine Anmeldung für ein „Bang Festival“ eingegangen war. Ungewöhnlich, erfordert die Planung einer Großveranstaltung doch eine gewisse Zeit Vorlauf.
Daraufhin meldete sich Veranstalter Karl Henssler zu Wort. Er beschrieb sich als erfahrenen Eventmanager und erklärte, dass er das Festival mit insgesamt 28 Bands aus den Genres Rock und Metal und rund 20 000 Besuchern plane.
Henssler erklärte, die Veranstaltung laufe über die Eventagentur „Magus Events“.
Zweifel blieben
Dazu, warum die Polizei noch nicht informiert wurde, konnte er nichts sagen. Weitere Fragen blieben ebenfalls offen, und manche Bedenken damit bestehen.
Das dürfte nun jedoch keine Rolle mehr spielen. Denn am Samstag um 21.47 Uhr teilte der Veranstalter über seinen Facebook-Account „Kalle rockt“ mit, dass das Festival abgesagt ist.
Zustimmung fehlt offenbar
Ausschlaggebend ist offenbar die fehlende Zustimmung des Ortschaftsrats. So schreibt Henssler im Namen von „Magus Events“: „Bei der Ortsratssitzung diesen Monat kamen zu unserer Überraschung etliche offenbar unüberbrückbare Unstimmigkeiten auf, die zwischen dem Ortsrat und dem Besitzer des Airfields aus der Vergangenheit bestehen, über die wir im Vorfeld leider nicht informiert wurden.“
So sei mitgeteilt worden, dass der Ortschaftsrat nicht vorhabe, dem Vorhaben des Festivals zuzustimmen. „Weiterhin wurde uns die Situation mit den Anrainern und die zur Verfügungstellung derer Gelände anders dargestellt, als diese sich nun in Wirklichkeit darstellen“, heißt es im Facebook-Post.
Absage per Facebook
Die Konsequenz: „Leider reicht die Zeit nicht mehr aus, um die Planung in einer anderen Location neu zu beginnen. Daher sehen wir uns außer Stande das Festival wie geplant durchzuführen und müssen leider von unserem Engagement entsprechend absehen.“
„Kalle rockt“ drückt sein Bedauern aus, aber es mache „keinen Sinn gegen die Stadt zu arbeiten und zu versuchen, das Event trotzdem durchzudrücken“.