Unter strenger Beobachtung: das Vögele-Areal in Weilstetten. Der Gemeinderat hat das Bebauungsplanverfahren vorerst ausgesetzt. Foto: Maier

Zeit für weitere Diskussionen und zum Nachdenken: Der Balinger Gemeinderat hat dem zuletzt viel diskutierten Bebauungsplanverfahren zum Vögele-Areal in Weilstetten eine Pause verordnet.

Balingen - Mit breiter Mehrheit verwehrte das Gremium am Dienstag den eigentlich geplanten Billigungsbeschluss. Für eine Vertagung hatten in der vergangenen Woche auch die Ortschaftsräte Weilstetten und Frommern gestimmt. Auf dem rund 1,2 Hektar großen Areal, bisher als Gewerbegebiet ausgewiesen, will die BPD Immobilienentwicklung (Rabobank) rund 80 Wohneinheiten verwirklichen.

Anträge auf Vertagung hatten im Gemeinderat Erwin Feucht (Grüne) und Ulrich Teufel (SPD) gestellt. Es gebe "noch viel Redebedarf", so Feucht. Er regte an, der Investor solle seine Planungen im Gemeinderat vorstellen. Teufel meinte zudem, dass die Belange des einzig verbliebenen Gewerbebetriebs in diesem Gebiet, Christophersen Technical Solutions, berücksichtigt werden müssten.

Gutachten soll Lärmbelastung offenlegen

Die Firma von Jens Christophersen liegt außerhalb des für Wohnbebauung vorgesehenen Gebiets, aber in dessen direkter Nachbarschaft, auf der anderen Straßenseite – fraglich ist, ob das Unternehmen aufgrund seiner Lärmemissionen mit dem Mischgebiet, das rund um es herum ausgewiesen werden soll, vereinbar ist. Ein Gutachten soll das klären.

Oberbürgermeister Helmut Reitemann sagte, dass Christophersens Interessen "nicht außer Acht gelassen" würden: Klar sei, dass er Bestandsschutz genieße. So äußerte sich auch Weilstettens Ortsvorsteher Wolfgang Schneider.

Reitemann kündigte zudem für September eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Vögele-Areal an – obwohl man seiner Meinung nach die Anregungen der Weilstettener und Frommerner auch gut im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens hätte klären können.

Ob dann noch über dieselbe Planung diskutiert wird, die jetzt vorliegt? Mitte August, das sagte Baudezernent Michael Wagner, gebe es ein Gespräch mit dem Investor im Rathaus. Dabei wolle man über die jüngst geäußerte Kritik an dem Vorhaben reden, etwa darüber, dass es nach Meinung vieler eine zu starke Verdichtung mit sich bringe. Wagner räumte ein, dass die Stadtverwaltung den Bebauungsplan als "Routinegeschichte" betrachtet habe, vielleicht sei man "zu oberflächlich" ins Verfahren eingestiegen. Die Besonderheit dieser innerörtlichen Konversionsfläche habe man wohl unterschätzt.