In Erwartung eines positiven Beschlusses zum Neubau eines Gerätehauses haben sich erneut zahlreiche Feuerwehr-Kameraden zur Gemeinderatssitzung eingefunden Foto: Bubser

Nach erneut zähem Ringen wurde der Baubeschluss für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Ottenbronn mehrheitlich gefasst.

Es gibt einen Lichtblick in Sachen Neubau Feuerwehrgerätehaus für die Ottenbronner Feuerwehr.

 

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat Althengstett mehrheitlich den grundsätzlichen Baubeschluss gefasst und die Verwaltung beauftragt, für das bereits 2020 gekaufte Grundstück am südlichen Ortsausgang der Hirsauer Straße einen Bebauungsplan aufzustellen.

Seit Jahren wird über einen Neubau diskutiert, weil das alte Feuerwehrgerätehaus in der Wasenstraße nach einem Gutachten der Unfallkasse Baden-Württemberg seit längerem nicht mehr den Anforderungen für einen geregelten Feuerwehrbetrieb entspricht.

Bereits in der Sitzung am 22. Oktober hatte der Rat – wie davor schon in unterschiedlichen Gremien mehrfach – ausgiebig und kontrovers diskutiert, konnte jedoch wegen eines Formfehlers bei der Sitzungseinladung keinen Beschluss fassen. Dafür war jetzt eine Sondersitzung anberaumt worden.

Wie in der Oktobersitzung waren wieder zahlreiche Feuerwehrleute und der Gesamtkommandant Benjamin Jones in den Ratssaal gekommen mit der Hoffnung, dass es endlich vorwärts geht.

Das sagt der Bürgermeister

Einleitend gab Bürgermeister Rüdiger Klahm eine ausführliche Stellungnahme mit dem Appell zu einem positiven Beschluss ab. Man drehe seit Jahren sich wiederholende Schleifen, wenn in die Haushalte Geld eingestellt werde und doch nichts passiere.

Im Feuerwehrbedarfsplan 2023 bis 2028 sei der Neubau vorgesehen, „dabei gab es keine Diskussion“, auch ein Zuschuss von 175 000 Euro ist vom Landkreis Calw bereits bewilligt worden. Die Zeit für einen positiven Baubeschluss drängt auch deshalb, weil die Förderzusage am 25. November endet und eine Fristverlängerung nicht möglich ist, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Von Gemeinderäten wie Bürgermeistern seien bei der Feuerwehr Erwartungen geweckt worden, aber es gebe keine Eindeutigkeit der Gremien. Mit einem positiven Beschluss könne „heute ein grundsätzliches Zeichen gesetzt werden“ so Klahm.

Die Diskussionen zur Sanierung des bestehenden Gerätehauses, zur Zusammenlegung der Feuerwehren am Standort Althengstett oder gar einer Zusammenlegung im Verwaltungsverband – all das sei dann obsolet, „es gehört jetzt erledigt“.

An beiden Standorten (Althengstett und Ottenbronn) habe die Gemeinde leistungsfähige Feuerwehren, die auch selbst für Nachwuchs sorgen. „Ich werbe dafür, jetzt den Grundsatzbeschluss zu fassen als klares Zeichen an die Feuerwehr Ottenbronn und unter dem Aspekt Sicherheit für die ganze Feuerwehr.“

Klahm schlug eine Arbeitsgruppe aus Gemeinderäten und Feuerwehrvertretern vor, die wie beim Sportzentrum die Finanzen von der Planung bis zum Bau im Blick behält.

Das sagt der Ortschaftsrat

Der Ottenbronner Ortsvorsteher Hartmut Weber verlas die einstimmig vom Ortschaftsrat (OR) verfasste Stellungnahme pro Neubau mit Verweisen auf die erfolgreiche Nachwuchsrekrutierung, die Brandschutzausbildungen in Schule und Kindergarten und die hohe Motivation der 20 ehrenamtlich tätigen Ottenbronner Kameraden.

Das sagt der Gemeinderat

„Die SPD-Fraktion stimmt zu“, ergriff Lothar Kante das Wort. „Wenn wir das jetzt nochmal auf die lange Bank schieben, dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Verlässlichkeit des Gremiums in Frage gestellt wird.“ Die Kosten seien hoch, es stehen 3,34 Millionen Euro im Raum, jedoch: „Als die Entscheidungen für die Sporthalle, fürs Seniorenzentrum, für die neue Ortsmitte gefallen sind, haben wir das Geld auch nicht gehabt.“

Jörg Nonnenmann lehnte den Baubeschluss ab, er wolle zuvor eine Gesamtübersicht „über alle Millionenprojekte“, die aktuell und in Zukunft die Finanzen der Gemeinde bestimmen.

Ähnlich argumentierten Martin Jourdan und Alexander Herzog; dieser ist der Meinung, „dass wir uns in der Zukunft keine zwei Feuerwehr-Standorte leisten können“.

Auch für Philipp Jourdan sind die Millioneninvestition und die Folgekosten über lange Zeit nicht zu überblicken, die gute Arbeit der Feuerwehr und ihre gesellschaftliche Stellung hänge nicht am Feuerwehrhaus.

Angelika Holzäpfel unterstrich das Statement des Ortschaftsrats, „es kann nicht sein, dass wir an der Sicherheit sparen“ und auch Samuel Zipperle wollte „abstimmen über das, was wir seit Jahren diskutieren, und endlich Gas geben“.

Martin Wünsche sagte, er stimme zu, sei jedoch verärgert darüber, dass bisher eine Klausur zur finanziellen Situation nicht stattgefunden habe. Der Bürgermeister hatte diese in der vorherigen Sitzung fürs Frühjahr 2026 zugesagt.

Thomas Schmidt sieht sich der Feuerwehr gegenüber im Wort und sagte „eindeutig Ja, seit zehn, zwölf Jahren reden wir darüber und es gab viele Signale an die Feuerwehr. Es wird gebaut, was nötig ist, und die Arbeitsgruppe schaut auf die Finanzen“.

Eckhard Flik forderte den finanziellen Fahrplan noch dieses Jahr, er werde zustimmen, „weil wir es die letzten Jahre verbockt haben. Außerdem würden wir uns einem einstimmigen Votum des OR widersetzen und ich fände es katastrophal, was eine Ablehnung für die Gemeinschaft der Ortschaften bedeuten würde.“

Amei Fischer fehlen noch Hintergrundinformationen, „wir haben es nicht gemacht, weil immer das Geld gefehlt hat, wir haben auch Verantwortung für die Gemeinde“.

Wolfgang Bauer fand es erschreckend, „dass mehrere Bürgermeister und Gremien damit befasst waren und es kein Ergebnis gab“. Er könne „links wie rechts mitgehen“ und werde sich deshalb enthalten.

Der Beschluss fiel mit 12 mal Ja bei fünfmal Nein und einer Enthaltung. „Jetzt ist der Knopf dran und wir machen uns an die Umsetzung“, sagte Klahm in Richtung der anwesenden Feuerwehrler.