Die „Brothandwerker“ Benjamin Bonk (links) und Sebastian Gaux geben ihr Geschäft nicht auf. (Archiv-Foto) Foto: Schwind

Die Sulzer Brothandwerker sind insolvent, das Verfahren ist eröffnet. Wir haben bei Sebastian Gaux, einem der beiden Gründer, nachgefragt, wie die Zukunft des Unternehmens und seiner Mitarbeiter nun aussieht.

Die „Brothandwerker“ geben nicht auf. Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, das Unternehmen zu sanieren und zukunftsfähig zu machen.

 

Doch auf diesem Weg sind noch einige Hindernisse zu überwinden.

Es gibt keine Entlassungen und die Filialen sind offen

Für alle Kunden hat Sebastian Gaux zuerst eine gute Nachricht: Alle Filialen sind und bleiben weiterhin geöffnet, auch das gewohnte Sortiment ist noch im Angebot. Die Mitarbeiter dürfen ebenfalls aufatmen. Da der Geschäftsbetrieb so normal wie eben nur möglich weiterläuft, ist es bisher auch zu keinen Entlassungen oder Kurzarbeit gekommen.

Neuer Produktionsstandort gesucht

Da die aktuelle Produktionshalle Baumängel aufweist, erlaubt der Wirtschaftskontrolldienst (WKD) den Weiterbetrieb in der aktuellen Produktionshalle vor einer Sanierung nicht mehr. Diese kann sich das junge Unternehmen nicht alleine leisten und auch der Vermieter möchte sich laut Gaux nicht an den anfallenden Kosten beteiligen.

Fristaufschub bis Jahresende für den Umzug

„Der WKD ist kooperativ und hat uns einen Fristaufschub bis Ende des Jahres gewährt“, erzählt Gaux. Die Brothandwerker arbeiten an einer Lösung: Sie suchen eine neue Produktionshalle. Es bestehe laut Gaux auch schon Kontakt zu einem Besitzer einer neugebauten Halle in der Sulzer Gegend, der sich sogar proaktiv bei ihnen gemeldet habe. Sicher soll aber noch nichts sein, weshalb die Brothandwerker einen Plan B in der Tasche haben: Sollte es nicht zu einem Umzug der Produktion in die neue Halle kommen, möchten die „Brothandwerker“ die Filialen umbauen, um direkt vor Ort zu produzieren.

2021 gründeten die gelernten Köche Benjamin Bonk und Sebastian Gaux das Unternehmen. Ihren Fokus legen sie auf altes Backhandwerk. Lediglich aus Mehl, Wasser und Salz sowie Sauerteig statt Hefe als Treibmittel backen sie ihre Brote.

Zunächst lief es gut. Jedes Jahr eröffneten die Brothandwerker eine neue Filiale, 2022 in Sulz sowie in einer ehemaligen Filiale von „’s Backkörble“, 2023 im Ladengeschäft der Landbäckerei Geiger und 2024 im Gebäude der ehemaligen Bäckerei Walz.