Mühringen hat am Sonntagabend noch einmal Glück gehabt: Der Pegel der Eyach stieg nicht weiter an. Bei 3,05 Meter war in Bad Imnau Schluss. Doch die Bürger sagten Peter Rosenberger noch am Abend deutlich ihre Meinung. Wie geht es nun weiter?
Viele Mühringer schauten am Sonntagabend sorgenvoll auf die Eyach. Immer wilder und schneller wurde der Fluss. Großes Treibgut schwamm im Wasser. Doch bei 3,05 Meter Pegelstand war glücklicherweise Schluss. Der Pegel der Eyach sank danach wieder. Wie heikel war die Situation? Ortsvorsteherin Monika Fuhl wird deutlich: „Wenn der Pegel bei 3,45 Meter gewesen wäre, hätte das zu einer gewissen Katastrophe geführt.“
Anwohner seien bis tief in der Nacht sehr beunruhigt gewesen. Fuhls große Sorge: „Der Juni ist eigentlich der Monat, in dem die stärksten Hochwasser-Situationen drohen.“ Die Nerven liegen in Mühringen blank. Das zeigte auch das Gespräch zwischen den Bürgern und Oberbürgermeister Peter Rosenberger, der sich am Sonntagabend noch ein Bild von der Lage vor Ort machte.
Mühringer warten seit zehn Jahren auf Hochwasserschutz
Fuhl berichtet: „Die Bürger haben ihm ganz klar ihre Sorgen und Nöte beschrieben. Es geht auch darum: Wie ist der Stand jetzt vom Hochwasserschutz? Wann geht es denn los? Wie soll der Hochwasserschutz zusammen mit dem Starkregen-Management weitergehen?“ Der Kummer ist groß: Versicherungen verlangen hohe Beiträge, weil die Häuser im Hochwasser-Gefahrengebiet stehen.Vor fast genau zehn Jahren hatte das Jahrhunderthochwasser das untere Mühringen überflutet. Seitdem warten die Einwohner immer noch auf den Hochwasserschutz. Und ein Problem ist laut Fuhl noch hinzugekommen: „Die Leute sind auch sehr verärgert, dass der Kanal entlang der Bahnschienen zugeschüttet wurde.“ Der Grund: Rettung der Fische. Fuhl kommentiert: „Das war blinder Aktionismus, der nichts gebracht hat.“ Die Zuschüttung des Kanals habe jetzt das Risiko der Überschwemmung erhöht, weil eine weitere Abflussmöglichkeit weggefallen sei. Auch das hätten die Bürger dem Oberbürgermeister berichtet.
Verbot für Ortsvorsteherin Fuhl: Sie darf nicht mehr an Sitzungen teilnehmen
Doch wie ist der Stand bei der Hochwasserschutz-Planung? Die Ortsvorsteherin antwortet frustriert: „Das kann ich ihnen nicht beantworten. Bürgermeister Zimmermann hat mir verboten, bei den Sitzungen anwesend zu sein.“ Wieso? „Ich hätte angeblich nicht-öffentliche Dinge ausgeplaudert. Aber das stimmt einfach nicht.“OB Rosenberger: „Das mit der Ortsvorsteherin kann ich bestätigen. Sie hat Inhalte aus internen Sitzungen öffentlich gemacht. Darüber gab es großen Unmut bei den Gästen, die dort ganz offen über Probleme gesprochen haben. Allerdings: In die nächsten Phasen der Konzeption wird die Ortschaft natürlich mit einbezogen!“
Das Problem beim Hochwasserschutz laut Rosenberger: Die Lage verändere sich dynamisch." Damit gemeint: Inzwischen konnte das Rathaus weitere Teile der Bereiche an der Eyach erwerben. Unter anderem die Fläche mit Wehr. Rosenberger: „Rund um das neu erworbene Areal gibt es Überlegungen: Was können wir auf „unserem“ Gebiet jetzt tun, um den Hochwasserschutz zu verbessern?“ Das sei auch ein Mosaikstein für die Gesamtmaßnahme zwischen Balingen, Bad-Imnau, Mühringen.