Die Spieler des SC Freiburg bejubeln den Siegtreffer gegen Salzburg, der sie dem direkten Achtelfinal-Einzug einen Schritt näher gebracht hat. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Nach dem 1:0-Sieg in der Europa League kommt am Sonntag Borussia Dortmund zum SC Freiburg. Beim Gegner steht derzeit vor allem der Ex-Freiburger Nico Schlotterbeck im Fokus.

Überwintern im Europapokal: Was früher das Ziel jedes Teilnehmers war, ist durch den neuen Ligamodus auch für alle Realität. Denn im neuen Jahr stehen noch zwei Spiele in der Ligaphase an, bevor dann die K.o.-Phase beginnt. Und obwohl in der Europa League noch insgesamt sechs Punkte zu vergeben sind, darf der SC Freiburg bereits jetzt für die K.o.-Phase planen.

 

Denn durch den knappen, aber am Ende hoch verdienten 1:0-Sieg gegen Red Bull Salzburg gehören die Breisgauer definitiv zu den Top 24 des laufenden Wettbewerbs – unabhängig davon, was in den beiden Spielen im Januar passiert. Egal dürften diese beiden Spiele – zu Hause gegen den Vorletzten Maccabi Tel Aviv und zum Abschluss auswärts in Lille – dem Sport-Club aber keinesfalls sein.

„Ich habe es vor dem Spiel gesagt: Wenn wir es schaffen, auch im Frühjahr in diesem Wettbewerb zu sein und uns zwei Spiele zu sparen, dann bin ich sehr zufrieden“, sagte SC-Trainer Julian Schuster nach dem Salzburg-Spiel am RTL-Mikro. Um direkt ins Europa-League-Achtelfinale einzuziehen, müsste man am Ende auf Platz acht stehen. Derzeit haben die international noch ungeschlagenen Freiburger zwei Punkte Vorsprung auf den VfB Stuttgart auf Platz neun, vier Punkte aus zwei Spielen könnten also reichen.

Schuster auf das direkte Erreichen des Achtelfinals

„Sehr, sehr wichtig“ wäre das direkte Erreichen des Achtelfinals, so Schuster – auch um zwei volle Trainingswochen mehr zu haben, um an inhaltlichen Themen zu arbeiten. Denn dazu hatte Schuster mit seinem Trainerteam in den vergangenen drei englischen Wochen mit Europa- und DFB-Pokal kaum Gelegenheit. Und dennoch: Der Siegtreffer nach kurz ausgeführtem Eckball, bei dem Innenverteidiger Philipp Lienhart einen Schuss von Jan-Niklas Beste minimal abfälschte, sei in der Theorie so besprochen worden, sagte Schuster.

Ex-Freiburger Nico Schlotterbeck äußerte zuletzt Kritik an seinen Teamkollegen. Foto: Christian Charisius/dpa

Und auf die Theorie wird es auch vor dem nächsten Spiel ankommen. Denn in der Bundesliga, dem Wettbewerb, in dem sich die Freiburger in dieser Runde bislang am schwersten tun, kommt bereits am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) Borussia Dortmund in den Breisgau.

Borussia Dortmund gewann die letzten sieben Duell gegen den SC Freiburg

Ein Team, das in den vergangenen Jahren so etwas wie ein Freiburger Angstgegner war. Im Kalenderjahr 2021 gewann der Sport-Club beide Heimspiele gegen den BVB. Seitdem gab es sieben – teilweise deutliche – Niederlagen gegen die Dortmunder, bei denen es derzeit mal wieder rumort. Nach dem enttäuschenden 2:2 in der Champions League gegen FK Bodø/Glimt im Fokus: Nico Schlotterbeck.

Nico Schlotterbeck im Fokus – Rückendeckung von Niko Kovac

Der Ex-Freiburger, der seit seinem Comeback nach Verletzung in der Innenverteidigung gesetzt ist, hatte am DAZN-Mikro seine Kollegen scharf kritisiert – ohne Namen zu nennen. „Wenn man in der 60. Minute reinkommt, erwarte ich 30 Minuten Volldampf“, sagte Schlotterbeck. Öffentliche Rückendeckung für diese Kollegen-Schelte gab’s von seinem Trainer. „Dass er als Führungsspieler über das Verhalten verärgert ist, das wir an den Tag gelegt haben, ist völlig normal“, sagte Niko Kovac. Und: „Als Führungsspieler hat er auch das Recht, gewisse Sachen anzusprechen.“

Klar ist also: Die Dortmunder kommen am Sonntag mit Wut im Bauch nach Freiburg. Und sie sind womöglich „ein bisschen angeschossen“, wie SC-Kapitän Christian Günter am Donnerstag nach dem Sieg in der Europa League sagte. „Ich glaube, da geht es auch intern ganz gut ab, wie man gesehen hat“, sagte Günter weiter. Einfacher dürfte die ohnehin schwere Heimaufgabe gegen den BVB dadurch auf jeden Fall nicht werden.