Der Lidl-Großband erregt abseits des Löschangriffs die Gemüter. Der Gemeinderat vergibt weitere Aufträge für das Feuerwehrgerätehaus.
Der Einsatz beim Großbrand im Lidl-Zentrallager weckte Emotionen der Anwesenden in unterschiedlicher Weise. Obwohl einige feuerwehrspezifische Themen auf der Tagesordnung standen, war es die Brandbekämpfung, welche die Gemüter am meisten bewegte.
Der seit 29 Jahren aktive Hüfinger Feuerwehrmann Gerson Seger unterstrich in der Bürgerfragestunde in Anwesenheit von zahlreichen weiteren Einsatzkräften, dass es ihm schwerfällt, eine Erklärung für das Verhalten eines Bürgers zu finden, der in der Nachbarschaft zum Feuerwehrgerätehaus wohnt. „Was bewegt diesen Mann, der Feuerwehrabteilung Hüfingen zu unterstellen, dass sie während der Brandbekämpfung im Lidl-Zentrallager bewusst den Lärmschutz missachtet und eine Party feiert, so Seger.
Mehrere Beschwerdeanrufe waren bei der Feuerwehr, die sich gemäß Seger zu diesem Zeitpunkt auf die Brandbekämpfung des Industriegroßbrands konzentriert hatte, eingegangen. „Uns war an diesem Abend, dessen Ausmaß ohne rechtzeitigen Einsatz wesentlich schlimmer verlaufen wäre, mit Sicherheit nicht nach Party zumute“, ergänzte Seger.
Schlichtungsgespräch in Aussicht
Was müssen wir tun, damit wir unseren ehrenamtlichen Dienst ohne derartige Störanrufe ausüben können? Seger verwies darauf, dass derartige Attacken für die erfolgreiche Entwicklung der Abteilung eine Gefahr darstellen, sollte ich die Situation nicht ändern. Bürgermeister Patrick Haas stellte zur Lösungsfindung ein Schlichtungsgespräch zwischen allen Betroffenen in Aussicht. Ziel sei Lösungen zu finden, die der Feuerwehr ermöglichen, ihren ehrenamtlichen Dienst während den Proben und Einsätzen ungehindert auszuüben. Haas dankte in diesem Zusammenhang der Feuerwehr für ihren vorbildlichen Einsatz bei dem ein Rädchen ins andere gegriffen hat.
Alarmierung ausgeblieben
Ortsvorsteherin Ingeborg Reitze bewegte der Einsatz während des Großbrandes aus einer anderen Perspektive. „Unsere Abteilung saß bereits einsatzbereit in ihrem Feuerwehrfahrzeug. Doch eine Alarmierung ist ausgeblieben“, war sie erstaunt, dass für die in nächster Nähe weilende Abteilung Hausen vor Wald keine Aufforderung zum Einsatz eingetroffen war. Haas teilte mit, dass derartige Entscheidungen von der Einsatzleitung rasch zu treffen sind und keine Missachtung der Abteilung in Hausen vor Wald darstellen.
Ähnlich hatte sich zuvor Kommandant Markus Ziganczuk im Gespräch mit unserer Redaktion geäußert. „Wir stehen weithin hinter dem Fortbestand der Abteilung in Hausen vor Wald. Dass sie während des Großbrandes nicht zum Einsatz kam, ändert daran nichts.“
Weit weniger emotional verlief die einstimmige Wahl von Janik Baumann, der in den kommenden fünf Jahren das Amt als stellvertretender Kommandant der Einsatzabteilung Hausen vor Wald ausübt. Baumann dankte dem Gremium für das Vertrauen und sicherte zu, hochmotiviert im neu zusammengesetzten Kommando der Abteilung mitzuwirken. Er ergänzte, dass er erfreut sei, an vorderster Front mitarbeiten zu dürfen, die Abteilung in Hausen vor Wald weiterzuentwickeln.
Für den Gemeinderat war die Notwendigkeit einer einheitlichen technischen und datentechnischen Ausrüstung unbestritten als er den Einbau eines Funktisches im Feuerwehrgerätehaus genehmigte.
Keine Einwände gab es zudem gegen die Vergabe der Bauleistungen für die Fertigstellung der Außenanlagen inklusive betoniertem Waschplatz in Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Hüfingen. Bauamtsleiter Thilo Mayer teilte auf Anfrage von Michael Seinemann mit, dass eine gesetzliche Vorgabe inzwischen die wöchentliche Kontrolle der Funktion des auf dem Gelände vorhandenen Ölabscheiders erfordert.
Weitere Erweiterungen
Kosten
Der Gemeinderat gab weitere 300.000 Euro für die Außenanlagen im Rahmen der Erweiterung am Feuerwehrgerätehauses und einen Funktisch frei. Aktuell beträgt die Höhe der Kosten für die Vergabe von Bauleistungen 2,3 Millionen Euro.