Der Schaden am Gebäude in der Rathausstraße ist immens. Foto: Otto

Nach dem Großbrand in der Winzelner Rathausstraße mit 500 000 Euro Schaden gibt es neue Erkenntnisse zur Brandursache und dazu, was mit dem Gebäude geschehen soll.

Rund 60 Einsatzkräfte waren mitten in der Nacht auf den 4. Januar in die Winzelner Rathausstraße ausgerückt. Unterstützung gab es auch von den Feuerwehren Peterzell und Alpirsbach. Glück im Unglück: Das Gebäude stand leer. Und die Flammen griffen nicht auf andere Häuser über. Jedoch hat das Gebäude selbst durch den Brand erheblichen Schaden genommen – die Polizei bezifferte diesen auf eine halbe Million Euro. Wie geht es nun weiter?

 

Für Aufklärung sorgt Fluorn-Winzelns Bürgermeister Rainer Betschner auf Anfrage unserer Redaktion. Bei dem Gebäude handle es sich nicht um Privatbesitz, sondern um ein kommunales Gebäude.

Und es ist ein ortsbildprägendes mit einer langen Geschichte. „Früher war in dem Gebäude ein Kleiderladen. Deshalb hat es auch noch den Spitznamen ‚Merz-Gebäude‘“, erklärt Betschner.

Konrad Merz, der hauptsächlich mit Tuch für Männerkleidung Handel trieb, hatte nach Informationen der Gemeinde 1891 einen bisherigen Krämerladen durch den Neubau eines „schmucken Wohn- und Geschäftshauses“ in der Rathausstraße ersetzt. Von 1921 bis 1931 habe sich auch die Poststelle in diesem Gebäude befunden.

Wie geht es für den Pop-Chor weiter?

Bis zum vergangenen Jahr sei es noch als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden, teilt uns Betschner mit. Und zuletzt hatte der Pop- Chor Winzeln sein Probelokal in dem Gebäude. Wie geht es für ihn nun weiter?

Gleich nach dem Brand habe man sich dazu mit dem Bürgermeister ausgetauscht, erzählt uns Ulrich Effenberger, Vorstandssprecher des Pop-Chors. Geprobt werde derzeit im Gemeindehaus Quelle, die „PopKörnchen“ – so heißt der Kinderchor – träfen sich im evangelischen Gemeindehaus in Fluorn.

Lager verloren

Das Gebäude in der Rathausstraße hatte dem Verein viele Lagermöglichkeiten geboten, meint Effenberger. Das untergebrachte Material, darunter auch ein E-Piano und ein Verstärker beispielsweise, sei durch den Brand, der vor allem im Dachstuhl wütete, glücklicherweise nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Es sei lediglich mit dem Löschwasser in Berührung gekommen, durch Hüllen aber auch gut geschützt gewesen, so Effenberger. „Da sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.“

Ein Nachbar habe dankenswerterweise Räume zur Verfügung gestellt, um das Material zwischenlagern zu können. Mögliche langfristige Lösungen in Form von gemeindeeigenen Räumen oder Kapazitäten einer Firma seien bereits im Gespräch.

Standort war optimal

Nichtsdestotrotz schmerze der Verlust des Probelokals, macht Effenberger deutlich. Nicht nur, weil der Standort in der Rathausstraße, beispielsweise für den Vereinsstand an der Fasnet, optimal gewesen sei – auch dafür gibt es schon eine Alternative: Der Pop-Chor wird in der Alten Kirche wirten und damit die Vereinskasse aufbessern können.

Es sei auch deshalb traurig, weil man viel Eigenleistung in die Räume gesteckt habe, um sie von einem ehemaligen Tattoo-Studio zu einem Probelokal umzubauen, sagt Ulrich Effenberger im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zukunft und Brandursache

Über die weitere Zukunft des Gebäudes in der Rathausstraße werde der Gemeinderat entscheiden, kündigt Bürgermeister Rainer Betschner an, macht aber wenig Hoffnung auf einen Wiederaufbau. „Durch den starken Schaden am Gebäude gehen wir von einem Abriss aus“, so seine Einschätzung.

Neue Erkenntnisse gibt es dazu, was das Feuer verursacht haben könnte. So teilt uns Fabian Herkommer, Pressesprecher im Polizeipräsidium Konstanz, in dessen Zuständigkeit auch der Kreis Rottweil fällt, mit: „Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Rottweil ergaben, dass der Brand mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde.“