Das Gebäude wurde Anfang Januar Raub der Flammen. (Archivfoto) Foto: Suhr/Feuerwehr Oberndorf

Der Brand eines Mehrfamilienhauses in der Sulzbachstraße hielt die Feuerwehr tagelang in Atem und stürzte die Bewohner in eine existenzielle Notlage. Jetzt gibt es Neuigkeiten zu den Ermittlungen.

Die Brandruine in der Oberndorfer Talstadt ist abgetragen, doch die Erinnerung an das verheerende Feuer vom 7. Januar, an dicken Rauch, der aus dem Dachgeschoss quoll, und Flammen, die aus den Fenstern schlugen, bleibt: Mehrere Bewohner verloren von einem Tag auf den anderen ihr Zuhause, einer wurde beim Versuch, das Feuer zu löschen, verletzt. Zur Brandursache hielt sich die Polizei derweil lange bedeckt. Auch Wochen später hieß es noch, sie sei unklar. Nun erfahren wir mehr.

 

„Die Brandausbruchstelle wurde in einer der Obergeschosswohnungen festgestellt“, teilt uns ein Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz mit. Und: „Nach aktuellem Ermittlungsstand kann ein Fehlverhalten eines Bewohners nicht ausgeschlossen werden, so dass derzeit der Verdacht einer fahrlässigen Brandstiftung besteht“.

Bei fahrlässiger Brandstiftung wird davon ausgegangen, dass das Feuer durch Nachlässigkeit oder Unachtsamkeit entstanden ist.

30 000-Euro-Marke geknackt

Welche Folgen dieser Fall nach sich ziehen werde, bedürfe einer staatsanwaltschaftlichen Entscheidung nach Abschluss der Ermittlungen, erfahren wir auf Nachfrage, ob es nun zu einem Prozess kommen wird.

Klar ist: Sollte sich der Verdacht bestätigen und der Tatbestand einer fahrlässigen Brandstiftung erfüllt sein, so reicht der Strafrahmen von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Faktoren, die das Strafmaß beeinflussen, sind das Ausmaß des Schadens, die Gefährdung von Menschenleben und etwaige Vorstrafen.

Die Höhe der Schadenssumme wurde kurz nach dem Brand mit rund 400 000 Euro beziffert, das Gebäude als einsturzgefährdet klassifiziert. Auf unsere jetzige Anfrage erfahren wir, die Höhe der Schadenssumme sei noch nicht abschließend geklärt. Wenig überraschend ist die Auskunft: „Man kann sagen, dass das Gebäude durch das Feuer vollständig zerstört wurde“.

Für die Bewohner – darunter eine damals noch Schwangere, die beim Geburtsvorbereitungskurs erfuhr, dass ihre Wohnung in Flammen steht, und eine Familie mit drei Kindern – stellte der Brand alles auf den Kopf. „Wir haben alles verloren. Jetzt stehen wir vor dem Nichts“, hieß es etwa.

Parallel wurde über die Plattform gofundme.com Geld für die Bewohner gesammelt. Hunderte von Spendern beteiligten sich. Mittlerweile wurde die 30 000-Euro-Marke geknackt.