Die Folgen der Gasofen-Explosion sind gravierender als zunächst gedacht – die seit dem Wochenende geltende Sperrung der B 3 bleibt für unbestimmte Zeit bestehen. Die gute Nachricht: Die Verletzten werden wohl wieder ganz gesund.
Äußerlich haben die Geschehnisse vom Wochenende kaum Spuren hinterlassen, lediglich ein paar Ziegel fehlen im Dach; ansonsten wirkt das Fachwerkhäuschen in der Oberen Hauptstraße intakt. Dass dem offenbar nicht so ist, davon zeugt der Bauzaun, der davor – und mitten auf der B 3 – aufgebaut ist. Augenscheinlich soll verhindert werden, dass sich Menschen dem betagten Gebäude nähern, das normalerweise von Tausenden Autos täglich passiert wird.
Was ist passiert?
Sonntagfrüh, kurz nach Mitternacht, wurde die Kippenheimer Ortsdurchfahrt von einem lauten Knall erschüttert. Die ersten Erkenntnisse der herbeigeeilten Feuerwehr (wir berichteten) sollte die Polizei am Montag bestätigen, inklusive weiterer Details zum Unfall. So habe ein 18-jähriger Bewohner im ersten Obergeschoss des Hauses einen Gasofen in Betrieb genommen, als es zu einer Verpuffung kam. Der junge Mann und sein 14-jähriger Bruder, der sich mit im Raum befand, wurden leicht verletzt. Im Gemäuer des Hauses wurden nach der Explosion Risse festgestellt, die eilends hinzugerufenen THWler zeigten sich alarmiert: Das Haus wurde evakuiert, die Bundesstraße gesperrt.
Wie geht’s weiter?
Bürgermeister Matthias Gutbrod hatte gegenüber der LZ am Sonntag die Hoffnung geäußert, dass die Ortsdurchfahrt schnell wieder für den Verkehr freigegeben werden könne. Nach einem Austausch mit der Stadt Lahr, die für Kippenheim zuständige Straßenverkehrs- und Bauordnungsbehörde, klang das tags darauf weniger optimistisch. Das Haus dürfe bis auf Weiteres nicht genutzt werden und müsse „in den nächsten Tagen“ von einem Gutachter näher in Augenschein genommen werden, um die Frage zu klären: Ist das Gebäude zu retten oder muss es abgerissen werden? Erst dann sei eine Prognose möglich, wann die B 3 wieder befahrbar sein wird. Der Experte soll von der Versicherung der Hauseigentümer beauftragt werden.
Wie wird der Verkehr umgeleitet?
Getrennt nach Pkw und Lkw. Autos umfahren das beschädigte Haus über die Post- und Querstraße. Lastwagen werden derweil großräumig um Kippenheim herumgeleitet. Von Lahr kommend geht’s am Kreisel an der nördlichen Ortseinfahrt durchs Gewerbegebiet und von dort über Mahlberg und Orschweier nach Ettenheim zurück über die B 3. In die Gegenrichtung fließt der Schwerlastverkehr entsprechend. Rathauschef Gutbrod blickt den kommenden Tagen mit einer gewissen Portion Skepsis entgegen: „Die innerörtliche Umleitung funktioniert, optimal ist sie angesichts des großen Verkehrsaufkommens aber natürlich nicht. Vor allem im Berufsverkehr wird’s kritisch.“
Wie geht’s den Verletzten?
Nach einem Gespräch mit der betroffenen Familie zeigte sich Rathauschef Gutbrod erleichtert: „Nach Auskunft der Ärzte sieht es wohl so aus, als würden die Verletzungen alle wieder abheilen, das ist natürlich die wichtigste Nachricht.“ Am stärksten erwischt hat es offenbar den jüngeren der beiden Brüder. Er erlitt bei der Explosion Verbrennungen an mehreren Körperteilen. Die betroffene Familie ist vorerst bei Verwandten untergekommen.
Wie hoch ist der Schaden?
Sehr hoch. Nach ersten Schätzungen der Polizei soll er sich auf etwa eine halbe Million Euro belaufen. Wie groß der Schaden tatsächlich ist, wird sich wohl erst nach einer genaueren Begutachtung sagen lassen.
Versicherung ist wichtig
Für Schäden an Häusern kommt, wenn vorhanden, die Gebäudeversicherung auf. Sie bietet Schutz gegen die Gefahren von Feuer, Leitungswasser und Naturgefahren, wobei sich der Feuerversicherungsschutz unter anderem auch auf Schäden durch Explosionen erstreckt. Zusätzlich kann man einen Schutz gegen sogenannte Elementarschäden wie Überschwemmung, Erdbeben und Schneedruck vereinbaren.