Die lauten Feuerwerksexplosionen stören Mensch und Tier (Symbol-Foto). Foto: Schneider

Vor allem für Tiere ist Pyrotechnik oftmals eine Tortur. Der Deutsche Tierschutzbund gibt Tipps. Doch hilft das den Hunden und Hasen in Sulz?

Das Feuerwerk bei Bergfelden hat seine Spuren hinterlassen. „Total beängstigend war das“, schreibt eine Anwohnerin in den Sozialen Medien. Doch nicht nur sie habe Probleme mit der Knallerei. „Auch der Hund will kaum noch raus seit dem Wochenende“, erklärt sie.

 

Und setzt das in einen Kontext lärmender Ereignisse: „Eine Nacht Donnerschläge, die nächste Nacht feiert jemand Hochzeit, am nächsten Wochenende wieder irgendwo jemand Geburtstag, … es nervt einfach nur noch…!“

Trauer um Tiere

Eine andere Nutzerin sorgt sich um ihre Langohren, sollte es nochmals zu solch einem Ereignis kommen. „Dann kann ich meine Hasen schlachten – das überleben die nicht nochmal.“

Und eine Bergfelderin kommentiert: „Meine Schwalben sind seither weg, mehr schreibe ich besser nicht dazu“, begleitet mit einem weinenden Smiley.

Panik und Stress

Dass Tiere lärmempfindlich auf die pyrotechnischen Explosionen reagieren, ist schon seit langem bekannt. So klärt etwa der Deutsche Tierschutzbund darüber auf, dass Tiere ein viel empfindlicheres Gehör als Menschen hätten. Starker Lärm könne sogar zu dauerhaften Gehörschäden und Verhaltensproblemen – beispielsweise Geräuschangst – führen.

Gleichzeitig schrecken die plötzlichen, grellen Lichter in der nächtlichen Dunkelheit sie ebenfalls auf. „Diese Komponenten können auch bei Kleintieren wie Kaninchen und Meerschweinchen, aber auch bei Vögeln und Pferden zu Panik und Stress führen“, nimmt der Verband Bezug auf anderer Tierarten.

Gewöhnung an Lärm

Doch was kann man tun? Es wird empfohlen, mit Blick auf Silvester für Hund, Katze und Co. ruhige Rückzugsorte zu schaffen – am besten von der Straßenseite abgewandt und besonders geschützt: ein mit Rollos abgedunkelter Raum, eine gemütliche Höhle oder eine offene Transportbox.

So können die Tiere langfristig daran gewöhnt werden, bevor es am 31. Dezember ernst wird. Auch können spezielle Geräusch-CDs oder Apps mit Feuerwerksgeräuschen, die in geringer Lautstärke abgespielt und langsam gesteigert werden, der Desensibilisierung helfen.

Wird eine Petition geplant?

„Durch die gleichzeitige Gabe von Futter oder einem gemeinsamen Spiel können die Geräusche zudem mit etwas Positivem verknüpft werden“ raten die Tierschützer.

Diese Ratschläge helfen bei unvorhergesehenen Ereignissen wie dem Feuerwerk vergangenen Woche allerdings nur bedingt.

„Vielleicht wäre ein Aufruf für eine Unterschriftenaktion gegen ein Unterlassen weiterer Feuerwerke mit solchem lärmbetörenden Ausmaß die bessere Variante“, überlegt eine Sulzerin.