Wenig Fortschritte sind nach dem Brand von drei Gebäuden im vergangenen Juni in der Lessingstraße in Schwenningen sichtbar. Die Stadt erklärt den aktuellen Sachstand.
Geduld. Das ist es, was die Anwohner zwischen Lessing- und Mutzenbühlstraße in Schwenningen definitiv brauchen. Denn seit bald zwei Jahren gibt es dort keinen Normalzustand mehr. Zwei Brände sind schuld daran – und nach dem jüngsten dürften die Auswirkungen noch länger sichtbar sein.
Im Juni vergangenen Jahres brannten gleich drei Häuser des dicht bebauten Wohngebiets. 43 Menschen wurden in der Folge obdachlos, die beengten Wohnverhältnisse in einem Mehrfamilienhaus warfen zudem Fragen auf.
Hinsichtlich der Brandursache herrschte längere Zeit Rätselraten. Zu groß war teilweise die Hitze, als dass für die Ermittler im Nachgang noch eindeutige Spuren zu erkennen waren. Zum Ende der Untersuchungen war klar: keine vorsätzliche Brandlegung, keine äußeren Umstände wie Blitzschlag oder ähnliches und kein technischer Defekt.
Gebäude muss weiterhin abgestützt werden
Die Polizei ging am Ende von einer fahrlässigen Brandstiftung zwischen den Gebäuden aus, Verursacher konnten aber keine ermittelt werden. Die genauen Umstände blieben deshalb bis zuletzt im Dunkeln.
Viel mehr bewegt die Menschen im Umfeld mittlerweile aber die Frage, was mit den Bauruinen passiert. Insbesondere ein zwischen dem Mehrfamilienhaus und einem Einfamilienhaus stehendes Wohngebäude ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Technische Hilfswerk (THW) musste das Haus noch am Tag des Brandes abstützen.
Sperrung muss weiterhin bleiben
Die Stützen des THW sind weiterhin am Haus installiert und auch sonst hat sich offensichtlich vor Ort nicht viel getan. Einzig der Dachstuhl des größeren Wohnkomplexes ist mittlerweile abgerissen worden. Zudem stehen Container für einen Rückbau bereit.
Und: Rund um die Gebäude sind die Straße und Teile der Gehwege noch immer gesperrt. Wie Madlen Falke, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, erklärt sei dies weiterhin notwendig, weil „nicht auszuschließen ist, dass die Gebäude in ihrer Standsicherheit beeinträchtigt sind beziehungsweise die Gefahr besteht, dass lose Bauteile auf die an die Gebäude angrenzenden Flächen fallen“.
Stadt fehlen weiterhin Unterlagen
Der Stadt ist bewusst, dass die unveränderte Situation in der Lessingstraße und die Sperrung der öffentlichen Flächen zu Unmut bei den Angrenzern führt – das sei derzeit jedoch unumgänglich. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich voraussichtlich zeitnah nichts der Situation ändern wird.
So gebe es für die drei Gebäude seitens der verschiedenen Eigentümern unterschiedliche Planungen, „sowohl Abbruch als auch eine mögliche Sanierung wurden gegenüber dem Baurechtsamt genannt“, so Falke. Allerdings mangelt es derzeit an entsprechenden Unterlagen, um diese Maßnahmen zu genehmigen.
Die Pressesprecherin erklärt: „Bislang liegen die für diese Maßnahmen geforderten Bauvorlagen und Nachweise, insbesondere die Standsicherheit betreffend, nicht vor.“ Im Falle der Mutzenbühlstraße – hier brannte ein großer Wohnkomplex ab, 14 Menschen wurden verletzt – ging es fast ein Jahr, bis die Straße wieder befahr war. Geduld ist es also, was im betroffenen Straßenabschnitt weiterhin benötigt wird.