Foto: Jannik Nölke/dpa, Salvatore M./Facebook

Nach der tödlichen Explosion in Albstadt kursieren Gerüchte im Netz. Ein Angehöriger widerspricht öffentlich und mahnt zur Zurückhaltung. Die Ermittlungen zur Ursache dauern weiter an.

In Albstadt steht seit zwei Tagen die Zeit still: Nach der Explosion eines Wohnhauses in der Tailfinger Josefstraße wird getrauert, aufgeräumt, geholfen - und leider auch wild spekuliert. In sozialen Netzwerken sowie diversen Medien kursieren Gerüchte, laut denen das Haus explodiert sein soll, als die 30-jährige Bewohnerin am frühen Morgen den Lichtschalter betätigte. Der Einsturz des Hauses riss die Frau sowie ihren 33-jährigen Ehemann und den gemeinsamen, sechsjährigen Sohn in den Tod.

 

Wüste Vorwürfe und Anschuldigungen werden laut, dabei ist die Kriminalpolizei weiterhin auf Spurensuche. Die Ursache des Unglücks steht bislang nicht fest - nur, dass es sich um eine Gasexplosion gehandelt hat.

Jetzt hat sich Salvatore M., ein Verwandter des getöteten Ehepaares über ein Facebook-Video zu Wort gemeldet. „Wir wissen nur, dass es eine Explosion gab“, sagt er darin. „Wir wissen nicht, ob sie wach waren, ob es eine Steckdose war - wir wissen es nicht.“ Er distanziert sich ausdrücklich von den aktuell kursierenden Gerüchten und den Anschuldigungen gegenüber den Albstadtwerken.

Hat Bewohnerin bereits vor Weihnachten Gasgeruch wahrgenommen?

Allerdings behauptet er auch, dass sich seine Schwägerin bereits am 19. Dezember über Gasgeruch im Haus beklagt habe. Während der Feiertage sei der Notdienst der Stadtwerke nicht gekommen, jedoch habe ein Techniker sein Kommen für Mittwoch, 7. Januar, zugesagt - einen Tag vor der Explosion. Der Termin jedoch wurde nicht wahrgenommen, so der Schwager der Getöteten.

Diese Anschuldigung wurde von den Albstadtwerken zurückgewiesen: „Die im Raum stehenden Aussagen zu einer erfolgten Gasgeruchsmeldung nehmen wir sehr ernst. Nach unseren derzeitigen Erkenntnissen lag uns im Vorfeld des Unglücks keine Meldung über einen Gasgeruch vor.“

Der Abstädter Oberbürgermeister Roland Tralmer (CDU) bestätigte diese Aussage gegenüber dem SWR: „Dass von der betroffenen Familie wenige Tage vor dem Unglück bei den Stadtwerken angerufen worden sei und angeblich Gasaustritt moniert wurde, habe ich selbstverständlich überprüft und da ist nichts dran“, so Tralmer in einem Interview mit dem Sender.

Das fast sechsminütige Statement ist auf dem Facebookprofil von Salvatore M. einmal auf Deutsch, einmal auf Italienisch veröffentlicht worden. Die deutsche Version des Videos hat mittlerweile rund 25.000 Aufrufe. Der Angehörige bedankt sich darin auch bei den zahlreichen Helfern – insgesamt waren mehr als 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK, Polizei und THW vor Ort.

„Wir müssen erst mal diese schwere Zeit rumkriegen“, sagt er abschließend. „Unsere drei Geliebten kommen nicht mehr zurück.“ Die Trauerfeier für die verstorbene Familie soll am 20. Januar stattfinden.

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