Mick Keita erzielte den Lahrer Treffer, der am Ende zum 1:1 und dem Weiterkommen reichte. Foto: Künstle

1:1 gespielt und doch gewonnen: Das Fachmagazin „Kicker“ berichtet in den Sozialen Medien über das Lahrer Pokalspiel aus der vergangenen Woche. Das steckt dahinter.

Das Pokalspiel des SC Lahr gegen den Türkischen SV Singen vor einer Woche hatte fast alles, was einen Pokalkrimi ausmacht: Spannung über 120 Minuten, späte Tore und am Ende einen Lahrer Außenseitersieg gegen den Oberligisten.

 

Wer sich jedoch mit den Gepflogenheiten des Südbadischen Verbandspokals nicht auskennt, der dürfte sich beim Blick aufs Ergebnis gewundert haben. Denn der Sportclub „gewann“ mit 1:1 und trifft nun in einer Woche auf den Noch-Regionalligisten Bahlinger SC.

Das Weiterkommen ohne Sieg – und ohne nervenaufreibendes Elfmeterschießen – bescherte dem SC Lahr sogar eine Erwähnung auf den Social-Media-Kanälen des Fachmagazins „Kicker“. Auf seinem Account „Kicker Amateure“ berichtet das Medium über die Hintergründe des durchaus kuriosen Weiterkommens des SC Lahr.

Sonderregel gilt nur in Südbaden

Demnach ist der SBFV der einzige der 21 Landesverbände in Deutschland, in dessen Pokal das klassentiefere Team bei Unentschieden ohne Elfmeterschießen weiterkommt. Der Post wurde seitdem rund 13 000 Mal geliked und gut 100 Mal kommentiert. Viele Nutzer können die Regel nicht nachvollziehen, manche finden den kleinen Vorteil für den unterklassigen Verein dagegen gut.

Der Lahrer Kapitän Konstantin Fries, der von einem Icon-League-Kollegen unter dem Beitrag markiert wurde, nimmt’s mit Humor: „Mit Auge ins Halbfinale“, schrieb Fries unter den Kicker-Beitrag.

Im Endspiel braucht es dann einen „ganzen“ Sieg

In der Runde der letzte Vier könnten die Lahrer erneut von der einzigartigen Regel Gebrauch machen: Denn gegen den Regionalligisten vom Kaiserstuhl würde dem Sportclub nach 120 Minuten wieder ein Remis reichen. Im Finale gilt dann: Nur ein „ganzer“ Sieg bringt die Entscheidung, notfalls im Elfmeterschießen.