Sicherheitsauflagen, Aufwand, Kosten: Die Karsauer Narren fragen sich, wie sie ohne Hilfe Großveranstaltungen stemmen sollen. Nun wenden sie sich an die Stadt Rheinfelden.
Ganz im Zeichen der zurückliegenden Fasnachtskampagne 2025/2026 stand am Dienstag die Sitzung des Ortschaftsrates Karsau. Dabei gab es jedoch nicht nur Positives zu berichten, auch der ein oder andere Kritikpunkt kam auf.
Zunftmeister Marcel Maienknecht war zur Sitzung des Ortschaftsrates eingeladen und hielt im Gremium Rückschau auf die vergangene Fasnachtskampagne skizzierte. Die Organisation und die Zusammenarbeit mit den Cliquen sei hervorragend gewesen. Alle hätten gemeinsam an einem Strang gezogen und somit für zwei großartige Jahre gesorgt, wie Maienknecht bilanzierte.
Suche nach Nachwuchs
Zwar seien die Zunftabende erneut gut besucht gewesen, doch gelte es rechtzeitig Nachwuchs heranzuziehen, ehe ältere Akteure von der Bühne abtreten.
Maienknecht rief außerdem dazu auf, die durch das Wegfallen des Peru-Kreises entstandene Lücke auf dem Karsauer Narrenmarkt zu schließen. Das Essensangebot am Narrenmarkt-Montag und -Dienstag müsse zudem besser werden.
Frage nach Absperrgittern
Nicht so gut sehe es im Übrigen hinsichtlich immenser Kosten aus, mit denen die Narrenzunft sich konfrontiert sehe, sagte Maienknecht. Besonders beim Narrenmarkt mache es sich bemerkbar, wenn eine Vielzahl an Absperrgittern benötigt werde. „Früher konnten wir Absperrgitter vom Bauhof erhalten. Aber seit beim grenzüberschreitenden Umzug in Rheinfelden die Umzugsstrecke mit Absperrgittern zugepflastert wird, bekommen wir keine mehr und müssen diese kostenpflichtig ausleihen, was Mehrausgaben von rund 1500 bis 2000 Euro bedeutet“, rechnete Marcel Maienknecht sichtlich verärgert vor.
Lörrach als gutes Beispiel
Er warf daher die Frage auf, wie die Stadt Rheinfelden die Narrenzunft Karsau mit acht Cliquen und 250 Mitgliedern überhaupt unterstützen könnte. Dies gelte keineswegs nur für Karsau, „auch Rheinfelden hat sicher Probleme“. „Wenn man in der Presse liest, dass die Stadt Lörrach die Fasnacht dort mit 20 000 Euro unterstützt, stellt sich die Frage, was die Stadt Rheinfelden in Richtung Unterstützung unternehmen kann und auch sollte“, warf der Karsauer Zunftmeister je einen Blick in die Kreishauptstadt und einen nach Rheinfelden.
Insgesamt positive Bilanz
Insgesamt zog Maienknecht jedoch eine positive Bilanz des Fasnachtsgeschehens in Karsau. Sorgen bereite im jedoch schon jetzt das für 2029 geplante große VHN-Narrentreffen in Karsau. Da müsste man im Sinne des Terrorschutzes alle Zufahrten mit gegen das drohende Einfahren von Fahrzeugen sichern. Maienknecht warf in diesem Kontext die die Frage auf, ob dann nicht auch das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen aushelfen könnte.
Dankesworte in Richtung Narrenzunft und Karsauer Cliquen richtete Ortsvorsteherin Sibylle Jung. In Bezug auf die benötigten Absperrgitter forderte aber auch sie Klärung bezüglich deren Verteilung. Auf Nachfrage betonte sie ausdrücklich, nicht zu wissen, ob die Narrenzunft Rheinfelden für die Gitter Kosten zu tragen habe oder nicht.
Ortschaftsrat stellt Antrag an die Stadt
Der Ortschaftsrat einigte sich am Ende der Debatte auf einen Antrag an die Stadt Rheinfelden. In diesem wird um Auskunft darüber gebeten, wie die Verteilung der Absperrgitter während der närrischen Tage erfolgt. Schließlich müsse dies gerecht erfolgen, so die einstimmige Meinung des Ortschaftsrats Karsau.