Klaus Hunn aus Altdorf blickt auf 45 Jahre beim Bauunternehmen Helmut Kern in Mahlberg zurück. Doch auch seine Liebe zu den Tieren, zur Natur und zur Landwirtschaft ist bemerkenswert.
Schon im Alter von sechs Jahren ritt Hunn mit seinem Schwarzwälder Fuchs über die B 3 auf die Matten, um von Hand mit der Gabel die Heuernte vorzubereiten oder auch andere Feldarbeiten zu erledigen. Überhaupt war das Pferd sein bester Kollege und Freund in den Kindertagen. Sogar auf vielen Festumzügen war er als Reiter mit dem Kaltblut unterwegs.
Auch nach dem Schulbesuch ging es für Klaus Hunn nicht ins Schwimmbad oder Sportplatz, sondern auf den Acker, die Matten oder die Reben. Bereits 1963 verfügte der Nebenerwerbsbetrieb über einen 34-PS-Schlüter-Traktor, der auch heute noch auf einige Betriebsstunden kommt.
Nach dem Schulabschluss interessierte sich Klaus Hunn für die Maurertätigkeit und heuerte in Mahlberg bei Helmut Kern an. Nach dem Lehrabschluss blieb Hunn bei der Firma Kern und arbeitete zunächst in der Kolonne und später als Vorarbeiter (Polier). „Mein erstes richtig großes Projekt als Vorarbeiter war der Bau der Firma Janoschka in Kippenheim“, so Hunn.
Auch wenn es mitunter rau zugeht: Der Respekt muss immer gegeben sein
In den 45 Jahren haben sich Technik und Kollegschaft geändert. „Anfangs hatten wir viele Kollegen aus dem Süden, nach der Öffnung der Ostgrenzen kommen die Mitarbeiter jetzt vermehrt aus dem Osten“, berichtet Hunn. Verfeinert haben sich seit den ersten Gesellenjahren die technischen Zeichnungen der Ingenieure. Alles lässt sich aber vor Ort nicht eins zu eins umsetzen. „Dann sind wir Rohbauer mit unserer Erfahrung gefordert“, weiß er.
Hunn spricht gerne vom „Wir“: „Wir sind eine Team, wir sind eine Kolonne. Natürlich kann der Umgangston auch mal rau sein, oder die Sätze knapp ausfallen. Dennoch gehen wir kameradschaftlich und respektvoll miteinander um“.
Dank einer Abmachung schafft er es, Beruf und Landwirtschaft zu verbinden
Volker Kern von der Geschäftsführung kann sich auf seinen erfahrenen Polier verlassen: „Wir kennen uns seit vielen Jahren und haben ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Klaus ist äußerst zuverlässig, kompetent und sehr loyal.“ Aufgrund des guten Standings bei der Betriebsleitung ist es deshalb für den Betrieb kein Problem, wenn der Mitarbeiter wegen seiner Landwirtschaft kurzfristig auch mal während der Arbeitszeit von der Baustelle in die Reben oder Heuernte wechselt. „Eine Hand wäscht die andere“, erklärt Kern. Hunn weiß dieses Entgegenkommen zu schätzen: „Schon unter dem Seniorchef Helmut Kern hatten wir diese stille Abmachung. Nur so kann ich Beruf und Landwirtschaft verbinden.“
Nach dem Feierabend auf der Baustelle gibt es für den dreifachen Familienvater zu Hause nur einen kurzen Halt, um die Klamotten zu wechseln: Der Nebenerwerbsbetrieb verlangt täglich nach ihm. „Es macht mir einfach Freude, die verschiedenen Kulturen wachsen zu sehen“, so Klaus Hunn. Zu jeder Jahreszeit gibt es in den Reben, den diversen Ackerkulturen, der Wiesenbewirtschaftung aber auch der Gerätepflege etwas zu tun. Seit Jahren bietet er in seinem kleinen Hofladen Kartoffeln zum Verkauf. Den Eierverkauf hat er mit der Anlage einer Freiland-Hühnerhaltung zuletzt ausgeweitet. Teile seiner Landwirtschaft hat er vor Kurzem in seinen neuen Lagerschuppen im „Ried“ ausgelagert. Seine alte Hofstelle liegt an neuralgischer Stelle beim Verkehrsknoten „Sonnenplatz“. Deshalb war die Auslagerung für alle ein Gewinn. Im Zusammenhang mit der Auslagerung hat er ortszentral neuen Wohnraum geschaffen. Sein alter Schopf dient nicht nur landwirtschaftlichen Zwecken. Über die Fasenttage richtet darin der Altdorfer Kleintierzuchtverein die Kultscheune „Zur Wilden Sau“ ein.
Wechselndes Wetter sorgt für einen Ertragseinbruch bei der Weinernte
Mit dem Kleintierzuchtverein ist auch ein großes Hobby von Klaus Hunn verbunden. Seit Jahrzehnten im Vorstand hat er nach einigen Jahren Pause wieder mit der Geflügelzucht begonnen. Als Experte hat er mit seinen „Australorps, schwarz“ mittlerweile schon überregionale Preise gewonnen.
In den letzten Jahren macht Hunn die Unstetigkeit der Witterung zu schaffen. Einmal ist es zu trocken – einmal ist es zu nass. Dies wirkt sich kolossal auf den Ernteertrag aus. Zudem untergraben derzeit Wühlmäuse die Rebfläche. Auch die Hühnerhaltung bereitet derzeit Sorgen. Seit Wochen wird sein Hühnerhof von einem Habicht heimgesucht. Hunn zieht sein Ding trotzdem weiterhin durch. Unterstützung erhält er von seiner Ehefrau Elisabeth und seinem Sohn Christoph. Er wird irgendwann den Betrieb auch weiterführen. Allerdings nicht mehr mit der Vielfalt wie sein Vater.