Die Abwahl von Andreas Kremer als Ortsvorsteher zugunsten von Manuela Steigert wirkt nach. Bei der Auftaktsitzung des neuen Ortschaftsrats waren 40 Zuhörer da – und äußerten ihre Kritik daran, dass der Stimmenkönig nicht der Dorfchef blieb.
In Altdorf wirkt das Ergebnis der Kommunalwahl und die danach erfolgte Ortsvorsteher-Abwahl von Andreas Kremer (SPD) nach. Kremer erhielt bei der Wahl im Ort mit großem Abstand die meisten Stimmen. Dennoch nominierte der Ortschaftsrat, getragen von der Stimmenmehrheit der FWV- und CDU-Fraktionen das Ratsmitglied Manuela Steigert (CDU) für den Posten der Ortsvorsteherin. Das überraschende Ergebnis schlug hohe Welle im Ortsteil und stieß vielfach auf Unverständnis. Entsprechend hoch war mit 40 Gästen das Zuhörerinteresse bei der ersten Sitzung des neuen Ortschaftsrats.
Aus dem Kreis der Zuhörer wurde dann auch eindeutige Kritik an der Abwahl des bisherigen Ortsvorstehers und der damit in Verbindung gebrachten Ignoranz des Wählerwillens laut. Insbesondere die Beweggründe der FWV-Fraktion wurden hinterfragt.
In einer Erklärung brachte für die SPD-Fraktion Andrea Speck zu Sitzungsbeginn die herbe Enttäuschung ihrer Fraktion über die Art und Weise des Vorgehens der Allianz von CDU und FWV im Vorfeld der Nominierung zum Ausdruck. Insbesondere wurde das Taktieren, die Kandidatur von Manuela Steigert bis zum Abend der Nominierungssitzung geheim zu halten, angeprangert. „Obwohl das politische Vertrauen nachhaltig gestört ist, werden wir die Wahl akzeptieren und den Auftrag unserer Wähler zum Wohl des Ortsteils erfüllen“, so Speck abschließend.
FWV und Manuela Steigert erläuterten den Bürgern ihre Beweggründe
FWV-Sprecher Michael Biehler rechtfertige das Vorgehen seiner Fraktion mit der Unzufriedenheit seiner Fraktion hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem bisherigen Ortsvorsteher. Manuela Steigert brachte zum Ausdruck, dass sie vor der Kommunalwahl keine Absicht zur Kandidatur hatte. Erst das aus ihrer Sicht für Altdorf enttäuschende Ergebnis der Gemeinderatswahl, habe sie zu dieser Entscheidung bewogen, so Manuela Steigert. „Altdorf soll durch mich eine weitere Stimme im Gemeinderat erhalten. Obwohl ich nicht abstimmen kann, habe ich in allen Gremien ein Rederecht“, so die neue Altdorfer Ortsvorsteherin.
Auf eine weiterhin gute Kooperation mit der Ortsvertretung hofft Michael Andlauer, Vorsitzender der Altdorfer Vereinsgemeinschaft. Dieser dankte, begleitet von großem Zuhörerapplaus, dem abgewählten Ortsvorsteher für seine Arbeit insbesondere beim Bau der neuen Münchgrundhalle.
Sachliche Fortsetzung
Nach dem emotional verlaufenden Entree war es schwierig, den Übergang in die eigentliche Tagesordnung zu finden. Die Ratsrunde zeigte sich jedoch im Sitzungsverlauf durchaus lösungsorientiert. Verbale Spitzen hielten sich in Grenzen. Durchhaltevermögen bewies bei einer immerhin dreistündigen Sitzungsdauer die Zuhörerschaft.