Eine knappe Mehrheit hat sich beim Bürgerentscheid für die mögliche Errichtung von Windkraftanlagen auf Simmozheimer Gemeindegebiet ausgesprochen. Das sind jetzt die nächsten Schritte.
Der Bürgerentscheid in Simmozheim ist vorbei. Auf 51,35 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmzettel hatten sich die Bürger mit einem „Ja“ für die mögliche Errichtung von Windkraftanlagen auf Simmozheimer Gemeindegebiet ausgesprochen. Für Bürgermeister Stefan Feigl gilt es nun, das weitere Prozedere in aller Ruhe zu planen und die nächsten Schritte anzugehen.
Argumente der Windkraft-Gegner nicht außen vor
„Wir wissen um die Verantwortung, die wir haben“, so Feigl am Tag nach der Abstimmung. Und auch wenn sich eine knappe Mehrheit der Bürger der Gäugemeinde dafür ausgesprochen habt, dass die Kommune „in ihrem Eigentum befindliche Flächen im Windvorranggebiet WC 4 für die Entwicklung von Windenergieanlagen zur Verfügung stellt“, will Feigl bei der Umsetzung auch die Argumente der Gegner nicht außen vor lassen und, wo möglich, berücksichtigen.
Feigl: Bürgerentscheid war richtiger Weg
„Wir gehen das jetzt aktiv an, aber ohne etwas über das Knie zu brechen“, so Feigl. Dass man sich in Simmozheim für einen Bürgerentscheid entschlossen und diesen auch so durchgeführt habe, ist aus Feigls Sicht absolut richtig gewesen. „Ich glaube, dass wir bei einem so emotionalen Thema den bestmöglichen Weg zur Entscheidungsfindung gewählt haben“, urteilt der Rathauschef. Er ist froh darüber, dass zwar in der Sache bisweilen hart diskutiert worden sei, dass es im Wesentlichen aber sehr sachliche Diskussionen gegeben habe „und keine Aggressionen“. Gestört hat Feigl allerdings, dass es Sachbeschädigungen an Plakaten von Gegnern vor dem Bürgerentscheid gegeben habe. „Dieser Vandalismus ist zu verurteilen.“
Der Gemeinderat müsse in den nächsten Monaten nun die erforderlichen Entscheidungen treffen. Einen möglichen Partner, mit dem man Windkraftanlagen realisieren wolle, gebe es noch nicht. Feigl macht aber auch keinen Hehl daraus, dass es Unternehmen gibt, die der Kommune bereits ihre Bereitschaft auf Umsetzung signalisiert haben. „Wir werden da nun aber keinen Schnellschuss machen“, so Feigl. Auf die lange Bank schieben möchte er aber auch nichts, denn: „Der Bürgerentscheid gilt nun drei Jahre.“ In dieser Zeit sollte das Projekt auf den Weg gebracht werden.
Nach dem Bürgerentscheid: Alles steht auf Anfang
Durch den Bürgerentscheid habe man nun die demokratische Legitimation, das Vorhaben anzugehen. Ein Nachteil, den der Bürgerentscheid gebracht habe: Man stehe nun eben erst am Anfang und müsse nun alle erforderlichen Daten und Fakten zusammentragen. Auch würden natürlich erst jetzt Windmessungen gemacht, um tatsächliche Windhöffigkeit zu ermitteln, die erforderlich ist, um abschätzen zu können, ob ein Betrieb wirtschaftlich Sinn macht. Auf dem rund 80 Hektar großen Areal im sogenannten Gerechtigkeitswald sind bis zu drei Windenergieanlagen vorgesehen.