Die Festhalle ist abgerissen – doch wie geht es nun mit dem Gelände weiter? Diese Frage dürften sich derzeit viele Kippenheimer stellen. Bürgermeister Matthias Gutbrod gab unserer Redaktion Antwort.
Der Abschied von der alten Festhalle gestaltete sich für die Kippenheimer emotional. Erinnern sich viele doch noch daran, wie sie den Keller mitausgehoben hatten oder wie viel Positives sie dort erlebt hatten, etwa in Form von Konzerten, Weinköniginnenkrönungen, Kinobesuchen, Fastnachts- oder Sportveranstaltungen. Auch wenn das neue Bürgerhaus einen adäquaten Ersatz bietet, vergessen werden die Kippenheimer ihre Festhalle so schnell nicht.
Wie geplant wurde die Festhalle noch 2024 abgerissen. Noch sind die Bagger aber da und es stehen letzte Mauerreste. Bis dort etwas Neues entstehen wird, kann es jedoch noch dauern, erklärt Bürgermeister Matthias Gutbrod gegenüber unserer Redaktion: „Das Areal ist ein wichtiges Thema in unserer Gemeinde. Wir verspüren hier allerdings keinen Zeitdruck, denn das Gelände gehört der Gemeinde und wir wollen das Thema mit Bedacht angehen.“ Dazu hatte auch Judith Nägeli geraten. Die Beraterin hatte schon den Prozess für das Bürgerhaus begleitet. Auch bei der Entwicklung des Festhallenareals soll sie der Gemeinde zur Seite stehen. „Diese Fläche kommt so nicht wieder“, hatte Nägeli beim Bürgerworkshop im April 2024 betont.
Kippenheim hat nur noch die Möglichkeit, in Richtung Norden weiteres Bauland zu entwickeln. Das macht das Festhallenareal umso wertvoller. Es sei eine hochwertige Fläche, liege mitten im Dorf und habe zudem mit einer Gesamtfläche von 5500 Quadratmetern eine gute Größe, so Nägeli.
Mitte des Jahres sollen weitere Schritte in die Wege geleitet werden
„Gemeinsam wollen wir eine Lösung für eine Bebauung finden, die gut in die Dorfmitte passt und möglichst viele Belange abdeckt“, sagt Gutbrod.
Entwickelt werden soll das Areal in zwei Schritten: „Wir werden sicher zur Mitte des Jahres 2025 die weiteren Schritte in die Wege leiten. Klar ist aber, dass wir zunächst das Areal der alten Festhalle bebauen und den aktuellen Festplatz erst zu einem späteren Zeitpunkt angehen werden. Dies nimmt auch den Parkdruck in dem Bereich raus und gleichzeitig benötigen wir ja für die Bebauung des Areals auch Lager- und Baustellenfläche“, gibt Gutbrod Auskunft.
Bei der weiteren Entwicklung des Areals „werden wir sicher die Bürgerinnen und Bürger weiter mitnehmen“, verspricht er. Die Richtung, in der sich der erste Teil des Areals – der Bereich der alten Festhalle – entwickeln soll, wurde aus Gutbrods Sicht „in Gesprächen mit dem Gemeinderat und dem Bürgerworkshop bereits klar aufgezeigt“, erklärt der Rathauschef: „Wir sprechen hier sicherlich von seniorengerechtem Wohnen mit kleiner, grüner Aufenthaltsfläche. Wir wollen Wohnraum für Seniorinnen und Senioren aus unserem Ort in zentraler Lage in Kippenheim anbieten, mit allen Möglichkeiten des täglichen Bedarfs in direkter Nähe.“ So befinden sich etwa Apotheke und Gesundheitszentrum in unmittelbarer Nähe. Auch Lebensmittelmärkte sind nur wenige Straßen weit entfernt.
Das Festhallenareal
Das Festhallenareal umfasst sowohl den Festplatz mit 3000 Quadratmetern als auch den Platz mit 2500 Quadratmetern, auf dem die alte Festhalle stand, inklusive des früheren Innenhofs und der früheren Festhallenwohnungen. Weiter bestehen bleiben soll die Straße zwischen beiden Arealen, der Selzenweg. Ebenso wie die Bushaltestelle, die aber entlang des Selzenwegs verschoben werden könnte, wie beim Bürgerworkshop erklärt wurde.