Wohin nun mit den Altkleidern? (Archivfoto) Foto: Schnekenburger

In Oberndorf war der Altkleider-Ärger besonders groß: Die Müllberge an den überfüllten Containern türmten sich – bis die Stadt die Reißleine zog. So soll es nun weitergehen.

Einem wochenlang andauernden Drama hatte die Stadt Oberndorf im Sommer ein Ende bereitet. In ihrem Auftrag war die Firma Esslinger angerückt und hatte insgesamt 19 Container an neun Standorten von Aistaig über den Lindenhof bis Bochingen eingesammelt. FWV-Stadträtin Sabine Jaud wollte nun wissen, wie es beim Thema Altkleider weitergehen soll.

 

Es waren gewaltige Massen, die da im Sommer entsorgt werden mussten. 9,5 Tonnen Müll waren nach einem Tag und 15 eingesammelten Containern zusammengekommen. Das Ergebnis mehrerer Wochen, in denen keine Abholung beziehungsweise Leerung erfolgt war.

Grund war die Insolvenz der Firma „TEXAID Collection GmbH“. Diese hatte die Container im Stadtgebiet betreut – und die Abholung der Spenden plötzlich eingestellt. Die Folge: überfüllte Container, daneben wachsende Müllberge aus Säcken, Elektroschrott, Baustellenabfällen und mehr, die auch Ratten anzogen. Die Bürger gingen auf die Barrikaden, und die Stadt reagierte und gab die großangelegte Entsorgungsaktion in Auftrag.

Eines war damit aber noch nicht geklärt: Die Frage, wo Altkleider künftig entsorgt werden sollen. Bis auf Weiteres stünden nur noch Container auf privaten Flächen oder auch Haustürsammlungen sowie Kleiderkammern von DRK, AWO oder anderen Organisationen sowie Online-Sammelsysteme zur Abgabe von Altkleidern bereit, hatte die Stadt mitgeteilt.  Außerdem möchte sie Container auf dem eingezäunten Werkhofgelände am Schwedenbau aufstellen, die allerdings nur zu den Betriebszeiten des Werkhofs erreichbar  sein werden.

Landkreis arbeitet an Lösung

Die Altkleider-Problematik betrifft freilich nicht nur Oberndorf, sondern den ganzen Kreis Rottweil – auch vor dem Hintergrund, dass ausgediente Kleidungsstücke (außer sie sind stark zerschlissen oder verdreckt) seit diesem Jahr nicht mehr im Restmüll entsorgt werden dürfen.

Wie jüngst im Kreistag berichtet wurde, favorisiert der Landkreis derzeit die Variante von Sammelstandorten, beispielsweise auf dem Wertstoffhof Bochingen oder gegebenenfalls bei Alba, anstatt ein eigenes Sammel- und Entsorgungssystem aufzubauen. Denn ein solches wäre sehr teuer, hieß es.

Oberndorf will nicht warten

In Oberndorf möchte man offenbar nicht warten, bis es soweit ist. Im Gemeinderat teilte der Bürgermeister nun mit, man wolle beim Thema Altkleider-Entsorgung zügig zu einem Ergebnis kommen.

Laut Ordnungsamt liege der Vertrag mit einem neuen Anbieter vor. Wenn der Landkreis dann ins Thema Altkleider-Entsorgung einsteige, könne man den Vertrag recht schnell kündigen, so dass etwaige Doppelstrukturen nur kurze Zeit bestehen würden, meinte er.