Am Mittwoch kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Was könnte einen Mann dazu bewogen haben, explosive Postsendungen an Lebensmittelfirmen zu senden und damit Menschenleben zu gefährden? Die Frage beschäftigt die Ermittler. Der Verdächtige aber schweigt.

Ulm/Heidelberg - Nach seiner Festnahme schweigt der verdächtige Rentner, der für mehrere explosive Postsendungen an süddeutsche Lebensmittelunternehmen verantwortlich sein soll. „Auch ein Tatmotiv ist weiterhin unklar“, sagte am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Heidelberg. Bei seiner Festnahme am Freitagabend im Raum Ulm habe der Mann laut Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Heidelberg keinen Widerstand geleistet. 

„Weder gibt es bisher ein Erpresserschreiben noch Hinweise auf politische Aktivitäten des Rentners“, fügte der Sprecher der Staatsanwaltschaft hinzu. Polizeilich sei der 66 Jahre alte Mann bisher nicht in Erscheinung getreten. Derzeit befindet sich der Rentner in Untersuchungshaft.

Drittes Paket in der Nacht abgefangen

Die Serie hatte am vergangenen Dienstag in der Warenannahme eines Getränkeherstellers in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) begonnen. Dort wurde ein Mann durch eine Verpuffung verletzt, als er ein Paket annahm. Am Mittwoch kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten.

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Ein drittes verdächtiges Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp adressiert war, wurde in der Nacht zu Donnerstag in einem Paktverteilzentrum beim Flughafen München abgefangen und entschärft. 

Die drei Sendungen trugen fiktive Absender, waren an einer Postannahmestelle in Ulm abgegeben und vom Dienstleister DHL ausgeliefert worden. Eine Sonderkommission unter Leitung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg und die Staatsanwaltschaft Heidelberg hatten die Ermittlungen übernommen.

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