Das Rathaus Hausach war am Wochenende mit dem „Z-Symbol“ besprüht worden. Foto: Stadt Hausach

Nach den augenscheinlich rechts motivierten Taten, die sich am Wochenende in Hausach ereigneten, haben die „Omas gegen Rechts“ einen offenen Brief verfasst und verurteilt die Vorkommnisse. Auch der SPD-Ortsverein bezieht Stellung.

Nachdem in Hausach mehrere Gebäude – die Supermärkte in den Brachfeldern, „Kick“ an der Hauptstraße, Volksbank, die Sparkasse, das Rathaus und der Edekamarkt – mit dem Z-Symbol (siehe Info) am Wochenende beschmiert wurden und an einem Flüchtlingsheim Feuer gelegt worden war, beziehen die Gruppe „Omas gegen rechts“ sowie die SPD Hausach Stellung zu den Taten. Erstere hat einen offenen Brief verfasst, letztere eine Stellungnahme.

 

Michaela Keller, Initiatorin der erst vor Kurzem gegründeten Gruppe „Omas gegen rechts“ Kinzigtal erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass sie just am Sonntag aus dem Urlaub zurückgekommen sei und schnell von der Vorfällen erfahren habe. „Mein erster Gedanke war: ’Jetzt kommt das auch zu uns’“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Gruppenmitglieder hätten das Ganze intensiv diskutiert und seien sich einig gewesen, dass sie die Vorfälle nicht so stehen lassen können. Nachdem sie die Möglichkeiten erörtert hätten, seien sie überein gekommen, einen offenen Brief zu formulieren, der unserer Redaktion vorliegt. In ihm bezeichnen die „Omas gegen Rechts“ den Brandanschlag auf das Flüchtlingsheim als „abscheulich“.

Gruppe will Ereignisse nicht so stehen lassen

Er sei „nicht nur ein Angriff auf das Leben unschuldiger Menschen, die Schutz in unserer Gemeinde suchen, sondern auch ein Zeichen für den zunehmenden Hass und die Intoleranz in unserer Gesellschaft“, heißt es. Die Attacke nennt die Gruppe „nicht nur feige, sondern sinnlos“. „Es ist ein Angriff auf die Menschlichkeit und auf die Werte, für die wir als Gesellschaft einstehen sollten: Solidarität, Nächstenliebe und die Unantastbarkeit des Lebens. Es wurde bewusst in Kauf genommen, Leben zu gefährden, einschließlich eines möglichen Einsatzes der Rettungskräfte.“

Aber auch die Schmierereien verurteile die „Omas“, denn das Anbringen des Z-Symbols an öffentlichen Orten in der Gemeinde sei nicht nur eine Beleidigung der Opfer des russischen Angriffskrieges, sondern zeige auch die erschreckende Nähe rechtsextremer Ideologien zu imperialistischen Machtfantasien. „Solche Symbole haben in unserer Stadt nichts verloren und stehen im direkten Widerspruch zu den Werten, die unser friedliches Zusammenleben ausmachen“, schreiben die „Omas gegen Rechts“. Sie appellieren an alle Menschen in Hausach und darüber hinaus, wachsam zu bleiben und sich gegen Hass und Gewalt zu stellen.

Auch Brigitte Salzmann und Elisabeth Zürn für die SPD Hausach hat in Bezug auf die Taten eine Stellungnahme verfasst, die die Fraktionsmitglieder unterstützen und mit der sie Position gegen Rechts beziehen wollen. „Der SPD-Ortsverein setzt sich entschieden gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung ein“, wird dort klar gestellt. Wir stehen für eine Gesellschaft, die Vielfalt schätzt und respektiert. Jeder Mensch, unabhängig von Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung, hat das Recht auf ein Leben in Würde und Sicherheit. Wir lassen uns nicht von Hass und Intoleranz leiten, sondern setzen auf Dialog, Verständnis und Solidarität.“ Der Ortsverein ruft alle Bürger auf, sich aktiv gegen rechte Hetze und Vorurteile zu engagieren. „Gemeinsam können wir ein starkes Zeichen für Demokratie und Menschlichkeit setzen“, heißt es.

Das Symbol

Das „Z“ gilt als Militär- und Propagandazeichen für den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Außerhalb Russlands steht das Zeigen des Symbols in der Öffentlichkeit in mehreren Staaten unter Strafe, so auch als Billigung von Straftaten in Deutschland. Die öffentliche Billigung von Straftaten kann in der Bundesrepublik mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.