Das Dach ist nach dem Brand deutlich beschädigt. Wie es mit dem Haus weitergeht ist unklar. Foto: Leroy Behrens

Das Haus am Wässerlewald in Triberg ist kein unbeschriebenes Blatt: Bereits früher gab es dort einen tragischen Vorfall. Nach dem aktuellen Brand reagiert die Stadt.

Zwei Tage nach dem Brand in einem leerstehenden Gebäude am Wässerlewald oberhalb des Friedhofs in Triberg zeigt sich vor Ort ein ernüchterndes Bild. Zwar ist das Feuer längst gelöscht, doch der beißende Geruch von Rauch liegt noch immer in der Luft. Vom Dach sind deutliche Spuren der Flammen sichtbar, Fenster stehen offen oder sind beschädigt. Was irritiert: Das Gebäude ist bislang nicht abgesperrt oder gesichert. Ohne größere Hindernisse wäre ein Betreten möglich.

 

Bürgermeister kündigt Maßnahmen an

Deshalb will die Stadt nun reagieren. Bürgermeister Sven Ketterer kündigt auf Anfrage unserer Redaktion an: „Wir sind dabei, kurzfristig Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudes zu ergreifen, um unbefugtes Betreten und weitere Gefahren zu verhindern.“

Konkrete Entscheidungen zur Zukunft des Hauses gibt es derweil noch nicht. „Grundsätzlich kommen – abhängig vom Zustand des Gebäudes – sowohl eine Sicherung, eine Sanierung als auch ein Abriss in Betracht“, so Ketterer weiter. Solche Gebäude rücken oft erst nach Ereignissen wie einem Brand stärker in das Bewusstsein. Das zeigt sich auch vor Ort deutlich: Das Haus wirkt mittlerweile eher wie eine Müllhalde. Hinter dem Gebäude liegt Abfall im Wald, Graffiti zieren die Außenwände – ein klarer Schandfleck.

Das Gebäude steht jedoch nicht zum ersten Mal wegen eines schwerwiegenden Vorfalls im Fokus. Bereits 2012 kam es dort zu einem tragischen Unglück: Ein 52-Jähriger starb, nachdem sich durch ein verstopftes Ofenrohr Kohlenmonoxid in seiner Wohnung gebildet hatte. Seine Mutter wurde schwer verletzt. Damals wurde das Gebäude noch als Sozialunterkunft genutzt, allerdings schon zu dieser Zeit in einem maroden Zustand. Die Stadt räumte bereits damals ein, dass das Haus langfristig wohl abgerissen werden müsse.

„Unauffälliges Leerstandsobjekt“

Aus Sicht der Stadt war das Gebäude seit dem Leerstand bislang kein klassisches Problemhaus. „Es handelt sich um ein unauffälliges Leerstandsobjekt“, sagt Ketterer. Systematische oder wiederkehrende Vorfälle wie Brandstiftungen oder Vandalismus seien nicht dokumentiert.

Der Leerstand sei vielmehr strukturell bedingt: „Gebäude werden einfach nicht mehr genutzt, entweder aufgrund ihres Alters oder weil sie wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll sanierbar sind.“

Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist derzeit offen. Eine konkrete Entscheidung steht noch aus. Klar ist jedoch: Der Zustand des Hauses und die jüngsten Ereignisse dürften die Diskussion neu entfachen.

Die Ursache des aktuellen Brandes ist weiterhin unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, äußerte sich bis Redaktionsschluss jedoch nicht zu möglichen Zwischenergebnissen.