Das Engagement der Stammheimer Jugendleiter reicht bis nach Litauen. Dort wollen sie beim Wiederaufbau eines Pfarrhauses helfen. Für die Finanzierung werden noch Spenden benötigt.
Farbeimer, Werkzeuge und jede Menge Tatendrang: Wenn die sechs Jugendmitarbeiter und die Jugendreferentin Tina Eichert im Sommer nach Litauen reisen, machen sie keinen Urlaub – sondern sie packen an.
Im vergangenen Jahr hat ein Brand im litauischen Jurbarkas große Teile eines Pfarrhauses zerstört. Im Rahmen eines Hilfseinsatzes wollen sie nun beim Wiederaufbau helfen.
Das ist der erste Einsatz dieser Art für die Jugendmitarbeiter. Normalerweise leiten sie Jungscharen und Freizeiten und beteiligen sich bei verschiedenen Veranstaltungen in der Kirchengemeinde Stammheim-Holzbronn.
Anpacken statt reden
Eichert erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion, dass die Idee, an diesem Projekt mitzuwirken im September vergangenen Jahres entstanden ist. Während eines Besuches im Seehaus in Leonberg wurden sie auf Projekte wie diese aufmerksam, als von einer Fahrt nach Rumänien berichtet wurde. Dabei sei der Wunsch aufgekommen, selbst zu helfen. Die Jugendreferentin beschreibt die Gemeindekultur als eine, die weniger redet – und lieber anpackt. Somit bot sich die Teilnahme an einem Workcamp geradezu passend an.
Nach einiger Zeit stieß man dann auf die Baufreizeit des evangelischen Jugendwerks, um das stark beschädigte Gemeindehaus in Litauen zu renovieren.
Doch weshalb ausgerechnet Litauen? Eichert erklärt, dass der Zeitraum der Freizeit in die Sommerferien fällt und deshalb gut passte. Und vor allem, weil Litauen ein „spannendes Land“ ist. Denn es wird nicht nur gearbeitet. Es geht auch um „interkulturelle Begegnungen“.
Wiederaufbau und Gemeinsamschaft
So werden gemeinsam Ausflüge unternommen und Gemeinschaft erlebt. Auf der Internetseite des evangelischen Jugendwerks ist außerdem die Rede von Musik und Lobpreis, Sport, Andachten und Gottesdiensten.
Bereits in der Osterzeit ist eine erste Gruppe vor Ort und wird an den Wiederaufbauarbeiten des Pfarrhauses teilnehmen, wie es in einem Weihnachtsbrief aus Litauen hieß. Im August werden dies dann auch die Jugendleiter mit der Jugendreferentin aus Stammheim tun.
Gemeinschaftsprojekt
Um die Hilfsaktion zu ermöglichen, werden derzeit noch Spenden gesammelt. Die Finanzierung der Unterkunft und der Kosten vor Ort sind gedeckt. Anfahrt und Rückfahrt sind allerdings teuer. Auch vor Ort müssen die sieben Helfer von der Gemeinschaftsunterkunft zum rund 15 Kilometer entfernten Einsatzort fahren. Für die Reise werden 3500 Euro benötigt.
Eichert betont den Gedanken der Gemeinschaft. Während die jungen Leute Zeit und Kraft investieren, kann sich wer möchte auf andere Weise beteiligen, etwa durch eine Spende – ein richtiges Gemeindeprojekt. Sie betont: „Es ist nicht nur eine Sache von uns, sondern eine von allen.“
Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite der Kirchengemeinde unter https://www.kirche-stammheim-holzbronn.de/veranstaltungen.