Nach dem Brand in Enzklösterle in der Silvesternacht versuchen viele Menschen um Bürgermeisterin Sabine Zenker, den betroffenen Bewohnern zu helfen. So geht es darum, eine neue Bleibe für alle zu finden. Außerdem läuft noch immer die Suche nach Kater „Whiskey“.
Nach dem Brand in der Silvesternacht in Enzklösterle geht es weiter darum, den Betroffenen so schnell und viel wie möglich zu helfen.
Gegen 2 Uhr war der Brand in einer Doppelhaushälfte in der Hirschtalstraße ausgebrochen. Beide Gebäudeteile sind momentan nicht bewohnbar. Der Dachstuhl der brennenden Doppelhaushälfte sei komplett niedergebrannt, so Enzklösterles Bürgermeisterin Sabine Zenker im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Löschwasser habe dagegen die andere Hälfte so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie ebenfalls unbewohnbar ist.
Neue Bleibe Betroffen davon sind drei Haushalte mit erwachsenen Bewohnern. Die waren übergangsweise zunächst bei Freunden und Bekannten untergekommen, sollen aber bereits am Freitag in neue Wohnungen in Enzklösterle ziehen können. Gesucht werden drei Wohnungen. „Zwei habe ich schon“, freut sich Zenker. Zunächst werden die Betroffenen wohl in Ferienwohnungen unterkommen; eine permanente Unterkunft soll aber folgen.
Lange nicht bewohnbar
Das hängt aber auch davon ab, wie lange die Gebäude unbewohnbar sind beziehungsweise ob das Haus überhaupt saniert werden kann. Darüber konnte die Bürgermeisterin noch keine Auskunft treffen. Nachdem der Brand gelöscht war, sei das Haus versiegelt worden. Am Donnerstag dann hätten sich Spezialisten der Polizei auf die Suche der Brandursache gemacht. Erst danach könnten die Gutachter dann die Schäden feststellen.
Zur Brandursache gebe es deshalb auch noch keine näheren Informationen. Wie das Polizeipräsidium Pforzheim am Neujahrsmorgen erklärte, wurde der Dachstuhl vermutlich durch einen Feuerwerkskörper in Brand gesetzt. Diese Vermutung liege natürlich nahe angesichts des Zeitpunkts des Brandes. Allerdings müsse man hier auch abwarten, so Zenker.
Zunächst gilt es aber, die Betroffenen unterzubringen und mit dem Nötigsten auszustatten. Denn die Bewohner beider Haushälften hätten natürlich das Haus schnell verlassen müssen und konnten kaum etwas mitnehmen. So hatte Zenker auch in den sozialen Medien aufgerufen, Kleidung und Hygieneartikel zu spenden. Dies sei dank der großen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung sehr schnell geschehen. Geholfen habe es da auch, dass der örtliche Supermarkt bereits um 5 Uhr öffnet.
Waren die Betroffenen zunächst bei Nachbarn untergekommen, so wurden sie am Donnerstag im Schwarzwaldhof untergebracht und konnten dort zunächst in Ruhe frühstücken.
Viele Helfer im Einsatz
Keine Verletzen Wichtig war es Zenker bei allem Unglück, dass keine Personenschäden zu beklagen waren. Die Bewohner konnten das Haus rechtzeitig verlassen, auch die Rettungskräfte blieben unverletzt. Neben der Feuerwehr aus Enzklösterle waren auch die die Bad Wildbader Abteilungen Wildbad, Calmbach und Sprollenhaus sowie die Feuerwehr Calw im Einsatz. Auch das Deutsche Rote Kreuz war mit Kräften vor Ort – ebenso wie der Bauhof. Die Bauhofmitarbeiter wiederum hatten einiges zu tun. Denn bei den Minusgraden sei die Straße durch das Löschwasser schnell spiegelglatt geworden. Deshalb musste immer wieder gestreut werden, um den Einsatzkräften die Arbeit zu erleichtern.
Durch die schnelle und gute Arbeit der Feuerwehr habe ein Übergreifen des Brandes auf weitere Gebäude verhindert werden können. Dabei half auch, dass es fast windstill gewesen sei.
Bereits kurz nach der Alarmierung sei der erste Bürgermeister-Stellvertreter Michael Faschon vor Ort gewesen, am Neujahrsmorgen habe sie dann übernommen. Als nächste Schritte werden dann das Dach so weit wie möglich abgedichtet, dass durch Regen keine weiteren Folgeschäden entstehen. Außerdem wurde das Wasser abgestellt und der Gastank abgelassen. Auch Netze BW sei schnell vor Ort gewesen, um den Stromausfall zu beheben.
Großer Dank Zenker ist es abschließend ein Anliegen, ein „große Dankeschön“ der Betroffenen an alle Helfer weiterzugeben.
Suche nach „Whiskey“ Sie hoffen jetzt noch darauf, dass ihr Kater „Whiskey“ bald wieder auftaucht. Der hat laut Zenker den Brand gut überstanden, streune aber noch durch die Gegend.
„Whiskey ist eine große, auffällige Katze mit einem Gewicht von rund zehn Kilogramm. Er ist normalerweise zutraulich und dürfte sich weiterhin im Bereich der Hirschtalstraße aufhalten“, so Zenker in einem Aufruf an die Bevölkerung mit der Bitte um Mithilfe: „Falls jemand Whiskey sieht oder sicherstellen kann, melden Sie sich bitte direkt bei der Gemeinde. Jede Sichtung oder Unterstützung hilft.“ Die Gemeinde stehe weiterhin in engem Kontakt mit den betroffenen Bewohnern und koordiniere alle notwendigen Maßnahmen. „Whiskey gehört zu einer der Familien, die beim Brand Vieles verloren haben. Ein Wiederfinden wäre ein Lichtblick in dieser schweren Situation“, so Zenker weiter.
Hinweise zur Sichtung von Whiskey können telefonisch oder per E-Mail an die Gemeindeverwaltung gerichtet werden.