Martin Himmelsbach stand Ende März vor dem Nichts. Ein Feuer hatte sein Wohnhaus und seine Scheune auf dem Hasenberg bei Seelbach vollständig zerstört. Nun kann er wieder etwas Hoffnung schöpfen: Mehr als 200 Spendenbeiträge für den Landwirt sind bei der Julabo-Stiftung eingegangen.
In der Nacht zum 25. März hielt ganz Seelbach den Atem an: Der Großbrand auf dem Hasenberg war schon unten im Litschental zu sehen. Die Feuerwehr war die ganze Nacht – und auch noch den folgenden Montag – mit den (Nach-)Löscharbeiten beschäftigt. Landwirt Martin Himmelsbach selbst bemerkte die Flammen rechtzeitig und konnte sich retten, zog sich beim Versuch, seine Rinder aus der brennenden Scheune zu befreien, aber leichte Verletzungen zu. Vom Wohnhaus und der Scheune blieben nur noch Trümmer übrig, die Polizei schätzte den entstanden Schaden auf 800 000 Euro.
Die Gemeinde Seelbach und die Julabo-Stiftung haben daraufhin beschlossen, dem Landwirt mit einer Spendenaktion zu helfen. Unterstützt werden sie dabei vom Verein „Einfach helfen“ aus Rust, heißt es in einer Mitteilung der Julabo-Stiftung. Nun gab es im Haus des Seelbacher Unternehmens ein persönliches Kennenlernen des Landwirts und der Unterstützer. „Für uns war es eine Selbstverständlichkeit, in dieser absoluten Ausnahmesituation sofort etwas zu tun“, erklärt Jennifer Juchheim, Schirmherrin der Stiftung, die seit 2017 Spenden sammelt, um Vereine und Institutionen wie Schulen, Kindergärten und Altersheime in der Region zu unterstützen.
Himmelsbach hatte große Anteilnahme nicht erwartet
Für den Landwirt seien seit dem Aufruf mehr als 200 Spendenbeiträge eingegangen, teilt die Stiftung mit. Eine genaue Summe wird nicht genannt. Neben vielen Privatpersonen hätten sich auch Firmen beteiligt, darunter Julabo selbst, Holiday Heimtex, IPC-Computer, aber auch der Förderverein IG Dorffest sowie der Lions-Club Lahr-Ortenau. Himmelsbach habe, so die Mitteilung, „mit solch einer großen Anteilnahme aus der Bevölkerung absolut nicht gerechnet und war beim Treffen praktisch sprachlos“.
Markus Juchheim bedankte sich stellvertretend bei allen Spendern: „Es ist wunderbar zu sehen, wie die Gesellschaft in Notsituationen zusammensteht und hilft. Das stimmt mich positiv für die Zukunft.“ Bürgermeister Michael Moser hob das schnelle, zielgerichtete Handeln der Involvierten hervor. „So ein tragisches Unglück sollte niemand erleben müssen. Bis die Gutachten abgeschlossen sind und die Versicherungen hoffentlich einen Teil des Schadens abdecken, kann es dauern“, so Moser. „Umso wichtiger ist im ersten Schritt die kurzfristige, unbürokratische Hilfe für Herrn Himmelsbach durch die Spendenaktion.“
Wie es zu dem Brand kam, bei dem einige der Kühe des Landwirts verendeten, ist weiterhin unklar. Das Polizeipräsidium Offenburg teilte am Montagnachmittag auf Nachfrage unserer Redaktion mit, dass das Ermittlungsverfahren beim Polizeirevier Lahr noch läuft. „Die Ermittlungen zur Ursache gestalteten sich jedoch mehr als schwierig“, so Polizeihauptkommissar Rüdiger Schaupp. Durch das Niederbrennen seien nahezu keine Spuren mehr zu sichern gewesen. Aufgeben wollen die Beamten jedoch nicht. „Die Kollegen des Polizeireviers versuchen nach wie vor, die Brandursache zu ermitteln“, so Schaupp weiter.
Spendenkonto
Wer Martin Himmelsbach nach dem tragischen Vorfall unterstützen möchte, kann dies weiterhin über das Spendenkonto der Julabo-Stiftung tun. Weitere Informationen gibt’s unter www.julabo-stiftung.org.