Es geht weiter mit dem Verkehrsversuch – allerdings mit nochmal geänderter Verkehrsführung. Foto: Otto

Krasse Nachrichten zum Verkehrsversuch in Rottweil: Eigentlich wäre am 15. Oktober Schluss gewesen – ist es aber nicht. Eine neue Versuchsrunde mit teilweiser Rolle rückwärts soll weitere Erkenntnisse bringen. Wir erklären, was geplant ist.

Eins vorneweg: Beschlossen ist noch nichts. Die Stadtverwaltung wird ihre neuen Vorschläge an diesem Mittwochabend im Verkehrsausschuss vorstellen. Die Vorlage dazu wurde am Dienstagnachmittag veröffentlicht. Und die hat es in sich.

1700 Rückmeldungen von Bürgern gingen ein

Die Stadt stellt darin vor, wie es weitergehen soll. Offensichtlich hat man sich die vielen Bürgeranregungen – oder besser Beschwerden – zu Herzen genommen. 1700 Rückmeldungen gingen im Rathaus ein – man habe bis auf 25 inzwischen alle beantwortet. Der Versuch mit einem „Ringverkehr“, der Anfang Juli gestartet war, sei von Anfang an „intensiv diskutiert“ worden, drückt die Verwaltung es relativ milde aus.

Im Klartext heißt das: Händler und Gastronomen in der Waldtorstraße schlugen Alarm, ebenso Anwohner unter anderem der Marxstraße und der Tannstraße und natürlich viele, viele Autofahrer, die sich vor allem über weite Umwege beklagten. Die Stadt reagiert. Verschiedene Änderungen sollen nun bis Mitte März weiter getestet werden.

Marxstraße wieder zweispurig

Die Vorschläge: Die Marxstraße soll wieder mit einer Links- und einer Rechtsabbiegespur in die Königstraße überleiten. Der Fahrradstreifen bergauf entfällt.

In der Waldtorstraße/Neutorstraße wird wieder Gegenverkehr zugelassen

Die Zufahrt zum Kapuziner soll wieder wie vorher aus der Waldtorstraße erfolgen – die Ausfahrt allerdings dann nur noch nach oben. Unterhalb der Zufahrt zum Stadtgraben hin werden Poller gesetzt, um Abkürzungsverkehr zu verhindern.

Einbahnverkehr am  Friedrichsplatz soll bleiben

Ganz wichtig: Der Einbahnverkehr auf dem Friedrichsplatz soll bis 31. März weiter getestet werden. Am Hauptstraßenkreuz bleibt also alles, wie es ist.

Wenn dann die Erkenntnisse aus dieser neuen „Versuchsanordnung“ feststehen, soll der Gemeinderat im Februar endgültig entscheiden, wie es weitergeht: Alles zurück auf Null, wie vor dem 1. Juli? Oder alles so wie im derzeit noch laufenden ersten Versuch? Oder vielleicht überzeugt doch die nun angedachte Variante: Also Einbahnverkehr am Friedrichsplatz, aber nicht in der Waldtorstraße?

Klar ist der Verwaltung laut Vorlage auch, dass die „rote Wand“ aus Bussen am Friedrichsplatz den „positiven Effekt“ dort etwas überdeckt. Dennoch sei am Hauptstraßenkreuz die erhoffte Entlastung eingetreten und es sei gut gelungen, die Innenstadt insgesamt attraktiver zu machen, bilanziert die Stadt.

Wie die Stadträte im Ausschuss das sehen, wird sich am Mittwochabend zeigen. Die Diskussion dürfte jedenfalls intensiv ausfallen.