Kommt ein Kreisel ans Viadukt? Laut Verkehrsgutachten wäre bereist jetzt ein Umbau dieses Knotenpunkts notwendig. Foto: Thomas Fritsch

Es geht oft rund in Nagold. Kreisverkehre sind beliebt. Könnten sie auch die Lösung für die angespannte Verkehrslage am Einkaufsareal „Iselshauser Tal“ sein?

Für neuen Schwung in der Sache sorgt der Fachmarkt Bauhaus mit seinen Expansionsplänen. Statt wie bisher auf rund 4500 Quadratmetern Verkaufsfläche, würde das Unternehmen künftig lieber einen noch zu planenden Neubau mit mehr als 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche beziehen.

 

Gutachter und Planer arbeiten derzeit an den Plänen. Unter anderem gilt es, eine entsprechende Bebauungsplanänderung auf den Weg zu bringen. Bis Ende des Jahres 2023 sollen die planungsrechtlichen Vorarbeiten der Stadt Nagold abgeschlossen sein.

Neue Wege-Beziehung

Ein möglicher wunder Punkt: Mit der Verlagerung des Baumarkts auf das bereits freigeräumte Gelände des ehemaligen Wagon-Presswerks würden nicht nur mehr Kunden ins Bauhaus kommen, es würden sich wohl auch die Wegebeziehungen rund um das Einkaufs-Areal verändern.

Das bestätigt auch ein Verkehrsgutachten von BS Ingenieure, das bereits 2017 in Auftrag gegeben wurde und nun Teil des Änderungsverfahrens ist. Vor allem die Stoßzeiten nahmen die Verkehrsplaner unter die Lupe – also Freitagnachmittag, und samstags zur Mittagszeit. Und wer die angespannte Verkehrssituation rund um das Einkaufsareal im Iselshauser Tal auch nur ein wenig kennt, den verwundert die Analyse nicht. Bereits jetzt kommen die Verkehrsplaner bei einem untersuchten Knotenpunkt zu dem Fazit, dass dieser ausgebaut werden muss: Es geht um den Knotenpunkt der Haiterbacher Straße (B 463) mit der Goethestraße – also direkt am Viadukt. Von einer „Qualitätsstufe E“ ist da die Rede – „mangelhaft“. Und in Sekunden berechnet bedeutet das Samstagmittags eine Wartezeit von 84. Alle anderen untersuchten Knotenpunkte sind dagegen im grünen Bereich, auch die Knotenpunkte mitten im Einkaufsgebiet – „sehr gut bis befriedigend“ ist die Situation hier.

Prognose: Es wird noch schlimmer

Nochmals angespannter wird die Lage, wenn das neue Bauhaus erstmal geöffnet hat. Die Verkehrsgutachter gehen in einer Prognose für 2030 dann nochmals von einer deutlichen Verschärfung aus. Am Knotenpunkt direkt am Viadukt ist zur samstäglichen Spitzenlast von einer Wartezeit von 977 Sekunden die Rede. Und ein weiterer Knotenpunkt fällt nun negativ auf: jener der Haiterbacher Straße mit der Talstraße beim Unternehmen Rolf Benz. Eine Wartezeit von über 1000 Sekunden wird hier prognostiziert. Das wenig überraschende Fazit der Verkehrsplaner: kommt das neue Bauhaus, müssen beide Knotenpunkte ausgebaut werden.

Mit dem Neubau von Bauhaus, kommen auf den Knotenpunkt der B463 mit der Talstraße ganz andere Verkehrslasten zu.

Noch nicht Teil der Bebauungsplanung ist der exakte Ausbau. Doch es ist klar, er muss kommen. Dabei ist ein Ausbau mit einer Ampelanlage denkbar.

Aber der Favorit aufseiten der städtischen Planer, ist wohl der Neubau von zwei Kreisverkehrsanlagen. Die Planer jedenfalls untersuchten im April dieses Jahres die Auswirkungen zweier neuer Kreisel. Ihre überaus positive Prognose: Eine Wartezeit von maximal 13 Sekunden zur Stoßzeit – also „sehr gute bis gute Verkehrsqualitäten“.

Die Planung neuer Kreisel ist allerdings nicht Teil des Änderungsverfahrens für den Bebauungsplan. Sie soll danach in Angriff genommen werden.