Mit Hupen und Schildern machten die Bauern im Januar in der Hausacher Hauptstraße auf die Situation in der Landwirtschaft aufmerksam. Foto: Kapitel-Stietzel

Eine Spendenübergabe soll der Schlussstrich sein unter die Bauernproteste, die im Januar für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Bei der Demo in Hausach war ein Kässle aufgestellt worden – der Erlös geht an die Jugendfeuerwehr Hausach.

Damit die Teilnehmer der Demonstration versorgt waren, wurden Getränke und Kuchen und Brötchen auf Spendenbasis angeboten. „Wir waren total überrascht, wie viele Teilnehmer gespendet haben und auch über die Höhe einzelner Spenden“, sagt Florian Wöhrle aus Gutach, der die Demonstration in Hausach federführend organisiert hat. Beispielsweise habe er gesehen, dass jemand einen Kaffee getrunken habe und dafür 50 Euro ins Kässle steckte.

 

Die Bauern hatte damals auf dem Gelände der Firma Schmider ihr „Lager aufgeschlagen“ von dem aus sie zu den Demonstrationen durch Hausach aufbrachen.

Viele Landfrauen spendeten Kuchen und die Bäckerei Waidele Brötchen. Angestellte der Firma Fleig sorgten für die Bewirtung. Der Grill für die Würstchen kam von der Feuerwehr Gutach.

Geld sollte sinnvoll verwendet werden

„Uns war klar, dass wir das Geld nicht behalten sondern sinnvoll spenden wollen“, so Wöhrle. Daher kam ihm zunächst der Gedanke, an die Jugendfeuerwehr Gutach zu spenden. Doch die Feuerwehr, das DRK und die Stadt Hausach hätten bei den Demonstrationen viel zu tun gehabt, daher sollte die Spende über 1775 Euro an die Hausacher Jugendwehr gehen.

Florian Wöhrle und Bernhard Kohmann, Vorsitzender des BLHV Hausach, blickten bei der Spendenübergabe noch einmal auf die Aktionen. Hauptgrund waren die Ende 2023 durch das Kabinett Scholz beschlossenen Streichungen von Steuersubventionen für die Landwirte bezüglich des Agrardiesels und die damals geplante Streichung der grünen Kennzeichen für zweckgebundene Fahrzeuge wie Traktoren oder Pferdeanhänger, die von der Kfz-Steuer befreit sind.

Kevin Ditzig, stellvertretender Kommandant Feuerwehr Hausach, hinten von links), Patrick Buchholz, Feuerwehr Hausach, Bernhard Kohmann, Vorsitzender BLHV Hausach, Thorsten Mahlendorf, Florian Wöhrle und Stefan Armbruster, Feuerwehr Hausach sowie zwei Mitglieder der Jugendfeuerwehr Hausach bei der Spendenübergabe. Foto: Kornfeld

„Das hat damals das Fass zum Überlaufen gebracht“, so Wöhrle. Der deutsche Bauernverband hatte daraufhin Aktionswochen angekündigt, falls die Änderungen nicht zurückgenommen würden. „Am 4. Januar wurde schon ein erster Erfolg erzielt“, so Kohmann. Die Regierung kam den Landwirten ein Stück weit entgegen, es sollte nun doch keine Kfz-Steuer für landwirtschaftliche Betriebe gezahlt werden. Das reichte den Landwirten jedoch nicht. Die Demonstration fanden am 8. Januar statt.

Probleme der Bauern rückten in den Fokus

Was haben die Demonstrationen nun gebracht? „Man ist wach geworden gegenüber den Problemen der Bauern“, ist sich Wöhrle sicher und Kohmann fügt an, dass es nicht nur in Deutschland sondern beispielsweise auch in Frankreich Proteste gab. Florian Wöhrle ist auch beeindruckt vom Zusammenhalt der Landwirte untereinander: „Sonst hat jeder andere Interessen. Auch andere Unternehmen haben mitgemacht und viele Bürger waren solidarisch.“ Allein in Hausach waren laut dem Orga-Team am 8. Januar 100 Fahrzeuge bei der morgendlichen Protestfahrt dabei.

Bernhard Kohmann gibt zu bedenken: „Wir Landwirte sind die ersten die unter dem Klimawandel leiden“. Und für die dieselbetriebenen Fahrzeuge und Geräte gebe es noch keinen Ersatz. Nur Hoflader gebe es schon als E-Fahrzeuge. Und diese seinen noch viel zu teuer, um rentabel zu sein.

Auch der Wert der landwirtschaftlichen Produkte der Region sei in den Fokus gerückt worden, sind sich Wöhrle, Kohmann und Landwirt Thorben Mahlendorf sicher. Es sei deutlich geworden, dass Lebensmittel etwas kosten dürfen. Sie sind aber auch der Meinung, dass nicht nur die Lebensmittelproduktion unterstützt werden sollte, sondern auch die Offenhaltung.

„Es hat Versuche gegeben, dass Ganze an den rechten Rand zu rücken, das hat zum Glück nicht überhand genommen“, sagt Florian Wöhrle. Teilweise hätten die Organisatoren die Gruppe in den sozialen Medien allerdings gesperrt, um das zu unterbinden, und nur für die Organisatoren geöffnet gehalten.

Verwendung der Spende

Die Hausacher Feuerwehr wird die Spende für einen gemeinsamen Hock der Jugendfeuerwehren des oberen Kinzigtals verwenden. Unter anderem sollen Getränke und Würste gekauft werden.