Die Brücke über der Nagold in Wildberg wird abgerissen und neu gebaut – seit Jahresanfang laufen die Bauarbeiten. Das ist der aktuelle Stand.
Sonnenschein und das idyllische Plätschern eines Flusses, doch statt grünen Flächen stehen Kräne und Bauzaun am Ufer der Nagold. Seit fast neun Monaten laufen die Bauarbeiten für den Neubau der Nagoldbrücke in Wildberg. Während der Arbeiten ist die Bundesstraße 463 komplett gesperrt.
Der Verkehr zwischen Calw und Nagold – der normalerweise über Wildberg führt – wird großräumig umgeleitet. Was für viele Verkehrsteilnehmer einen durchaus mühsamen Umweg bedeutet. Bis Ende 2026 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, prognostizierte das Regierungspräsidium Karlsruhe zum Baubeginn.
Seit dem Baustart im Februar hat sich auf der Baustelle einiges getan: „In den vergangenen Wochen wurden die Bohrpfähle sowie die Fundamente für die Gründung der Brücke und der Traggerüste hergestellt“, erklärt eine Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe auf Anfrage der Redaktion.
Bauarbeiten werden auf das Frühjahr verschoben
Einige Bauarbeiten müssen verschoben werden: Das regnerische Wetter der vergangenen Wochen sorgte für einen Anstieg des Wasserpegels. Hinzu kommen festgelegte Richtlinien zur Einhaltung der Ruhezeiten des Fischbestands. Diese Umstände führten zu einem immer enger werdenden Zeitfenster für die Arbeiten im Gewässer. Folglich „wird die Ausführung des Mitteljochs für das Traggerüst auf das Frühjahr des kommenden Jahres verschoben“, so die Sprecherin weiter.
Bei einem Besuch am Donnerstagvormittag ist es still auf der Baustelle: Statt Bohren und Hämmern hört man nur das Brummen vorbeifahrender Autos und das Reden einiger Spaziergängern.
„Da die Arbeiten im Gewässer für das Jahr 2025 abgeschlossen sind, wird im weiteren Verlauf mit der Herstellung der Widerlager auf der Nord- und Südseite begonnen. Das Schalen und Bewehren dieser Bauteile wird über die Wintermonate fortgeführt und voraussichtlich bis Anfang 2026 abgeschlossen sein“, heißt es in der Mitteilung zum aktuellen Stand des Bauvorhabens.
Der Neubau der Nagoldbrücke ist notwendig
Die Umleitung von Nagold nach Calw führt über Jettingen und Sulz am Eck. In Gegenrichtung werden die Fahrer großräumiger über Neubulach, Altensteig, Ebhausen und Rohrdorf geleitet.
Obwohl das zu Unannehmlichkeiten einiger Verkehrsteilnehmer führt ist der Neubau der Brücke notwendig: Im Rahmen einer Bauwerksprüfung wurden Schäden festgestellt, die die Haltbarkeit der Brücke stark beeinträchtigen. Auf eine Sanierung wurde aus finanziellen Gründen verzichtet. Daher wird die alte Brücke abgerissen und an gleicher Stelle durch einen Neubau ersetzt.
Nagoldbrücke wird einen Meter höher gebaut
Hinzu kommt, dass die alte Brücke im Falle eines 100-jährigen Hochwassers – also eines Ereignisses, das statistisch nur alle 100 Jahre auftritt – eine Überschwemmung der Nagold begünstigen würde. Um die Wahrscheinlichkeit einer Überflutung der umliegenden Flächen zu minimieren, wird der Neubau rund einen Meter höher errichtet.
Die guten Nachrichten: Abgesehen von der Verschiebung der Arbeiten im Gewässer verläuft der bisherige Baufortschritt planmäßig und ohne wesentliche Verzögerungen. Das bedeutet, dass es derzeit keine relevanten Verschiebungen beim vorgesehenen Fertigstellungstermin gibt – weiterhin wird mit einem Abschluss des Bauprojekts bis Ende 2026 gerechnet.