Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Nach Attentat in USA Bürgerkrieg der Worte

Von
US-Präsident Barack Obama, seine Frau Michelle und Regierungsangestellte gedenken bei einer Schweigeminute vor dem Weißen Haus in Washington den Opfern des Attentats von Tuscon. Foto: AP

Washington - Längst hat sich der gewohnte politische Grabenkrieg zwischen links und rechts des Blutbads von Tucson bemächtigt. Dabei kommen wichtige Fragen oder Fakten oft zu kurz. Präsident Obama versucht nun, das Land zu einen. Doch ob es ihm gelingt, darf bezweifelt werden.

US-Präsident Barack Obama möchte am Mittwoch nach Tucson reisen, um an einer Trauerfeier für die Opfer des Anschlags von Arizona teilzunehmen und den Hinterbliebenen persönlich sein Beileid auszusprechen. Viele Amerikaner erwarten in schweren Zeiten ein Zeichen der Beruhigung von ihrem Präsidenten. Der Mann im Weißen Haus wird dann gewissermaßen zum Chef-Tröster.

Immer wieder gelang es Obamas Amtsvorgängern, das Land in diesen Momenten hinter sich zu scharen und zu einen. Ronald Reagan etwa erfüllte diese Aufgabe auf unnachahmliche Weise, als er 1986 nach dem Absturz des Space Shuttles Challenger die gestorbenen Astronauten ehrte. George W. Bush hatte einen solchen Augenblick, als er nach den Terroranschlägen vom September 2001 auf den Trümmern des World Trade Centers in New York sein "Ich kann Euch hören" in die Welt rief.

Gibt Obama jetzts eine Zurückhaltung auf?

Bill Clinton allerdings bot der Nation in einer Lage Halt, die am ehesten mit der Obamas jetzt vergleichbar ist. Nach dem Terroranschlag Timothy McVeighs auf das Bundesgebäude in Oklahoma City sagte er: "Wenn von Hass die Rede ist, lasst uns aufstehen und dagegen sprechen. Wenn von Gewalt die Rede ist, lasst uns aufstehen und dagegen sprechen. Im Angesicht des Todes lasst uns das Leben ehren." Die Rede half Clinton politisch nach der schweren Niederlage bei den Kongresswahlen 1994. Doch das wurde erst im Nachhinein klar "Das war der Moment, der ihm wirklich erlaubte, Dinge zu sagen, die das ganze Land so empfand", sagt jetzt sein früherer Pressesprecher Mike McCurry gegenüber dem Radiosender NPR.

Kann Obama jetzt Ähnliches vollbringen? Immerhin raten liberale Kommentatoren schon länger, der angeschlagene Präsident, der seine eigene Geschichte im Wahlkampf noch so erfolgreich zu kommunizieren vermochte, soll endlich seine Zurückhaltung aufgeben. Er müsse Führungsstärke beweisen und seine Präsidentschaft stärker selbst definieren, statt dies dem politischen Gegner zu überlassen. Doch McCurry ist skeptisch: Aus einem so schrecklichen Ereignis könne man nur einen politischen Vorteil erringen, indem man gar nicht erst versucht, daraus einen Vorteil zu ziehen, meint der Politprofi. Alles andere wirke "unglaublich künstlich". "Das Land hat es nötig, dass der Präsident das zum Ausdruck bringt, was wir alle fühlen", so McCurrys hohe Messlatte für Obamas Rede in Tucson. Auch für einen redebegabten Präsidenten keine leichte Aufgabe in diesen politisch so polarisierten Zeiten, in dem jedes Wort und jede Geste auf den politischen Gehalt hin - den wahren oder auch nur den vermeintlichen - seziert wird. Längst schon machen sich Kritiker im Talk-Radio oder Internet über Obamas "Oklahoma City Moment" her.

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.