Eng ging’s zu bei der in die Kulturapotheke verlagerte Podiumsdiskussion mit den Landtagskandidaten von den Grünen, CDU, SPD und FDP. Foto: Verena Slama

Miguel Klauß hatte gegen den Ausschluss von der Podiumsdiskussion in der VHS geklagt – und mit dem Eilantrag Recht bekommen. Darum war er dann aber trotzdem nicht dabei.

So dürfte sich das der AfD-Landtagsabgeordnete Miguel Klauß nicht vorgestellt haben. Der Nabu hatte zu einer Podiumsdiskussion mit den Landtagskandidaten von den Grünen, CDU, SPD und FDP in die Volkshochschule eingeladen. Nicht geladen waren dagegen die Kandidaten der Linken – und eben Klauß.

 

Dagegen hatte die AfD geklagt und am Freitagnachmittag, also vor der Veranstaltung, beim Verwaltungsgericht Karlsruhe mit einem Eilantrag Recht bekommen.

Alles gut also für die AfD? Nicht wirklich. Denn wer am Freitagabend gegen 19.30 Uhr vor der VHS war, stand vor verschlossenen Türen. Auf einem Aushang wurde auf den Ausfall der Podiumsdiskussion hingewiesen. Die VHS „dürfte die Veranstaltung des NABU nur mit MdL Klauß auf dem Podium durchführen“.

Neuer Raum schnell überfüllt

Die Veranstaltung fand aber trotzdem statt – nur wenige Meter weiter auf dem Marktplatz in den Räumen der Kulturapotheke. Nach der Entscheidung des Gerichts hatte der Nabu kurzfristig den Veranstaltungsraum geändert.

Darüber waren aber nicht alle begeistert. Denn der Umzug in den viel kleineren Raum bedeutete nach kurzer Zeit: „Wegen Überfüllung geschlossen!“ So standen kurz nach dem eigentlichen Beginn der Veranstaltung noch fünf Personen vor der Tür, die keinen Einlass mehr erhalten haben. Der CDU-Kandidat Carl Christian Hirsch hatte noch versucht, sie hinein zu bekommen, jedoch ohne Erfolg. Hirsch und SPD-Kandidatin Daniela Steinrode suchten noch das Gespräch mit den Bürgern, die keinen Einlass fanden und das als „dicken Hund“ bezeichneten.

Ein weiterer hatte „keinerlei Verständnis“, wenn man die Kandidaten nicht einlade: „Je mehr man sie auslädt, desto stärker macht man sie.“

AfD-Programm nicht mit Nabu-Satzung vereinbar

In der Kulturapotheke versuchte sich der Nabu-Landesvorsitzende derweil an einer Erklärung. Er sagte, dass das Wahlprogramm der AfD nicht mit den Werten und Grundsätzen der Satzung des Nabu vereinbar sei und die AfD deshalb von der Diskussion ausgeschlossen würde – deshalb seien sie auch in die Apotheke umgezogen – wo die Zahl der Teilnehmer aus Brandschutzgründen sehr begrenzt sei. Die Debatte wurde von hinten per Video aufgezeichnet im Falle einer Eskalation. Die Stimmung vor Ort blieb aber friedlich und im Umgang respektvoll.

Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte einer der Zuschauer: „Aus meiner Sicht hat die AfD in ihrem Wahlprogramm die Natur nicht im Fokus und dann hat sie eigentlich auch nichts dazu zu sagen. Es sind keine konkreten Lösungen bekannt aus meiner Sicht von der AfD – und um die soll es hier gehen, nicht um destruktive Dinge.“

Ein weiterer Besucher sagte: „Ich finde es grundsätzlich schwierig, Parteien von Diskussionen auszuschließen, egal welche. Das entspricht für mich nicht den Werten einer Demokratie. Eine offene Debatte sollte auch unterschiedliche Positionen zulassen.“