m Ausland stößt die Umbenennung – etwa die Marke „Futurenet“ unter der im Ausland um Fachkräfte geworben wird – auf positive Resonanz. Unser Foto zeigt einen Messestand des Ortenauer Standortmarketings in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Foto: Nectanet

Mit der Umbenennung in „Nectanet“ hat die vormalige Wirtschaftsregion Ortenau vor rund acht Monaten ein Zeichen für ihre Neuausrichtung gesetzt. Geschäftsführer Dominik Fehringer zieht bisher eine positive Bilanz – es gibt aber auch kritische Stimmen.

Moderner, internationaler, verständlicher – vor allem im Ausland wollte sich die Wirtschaftsregion mit dem neuen Namen „Nectanet“ attraktiver machen. Denn: „Die Ortenau kennt kein Mensch“, proklamierte Heiko Hinrichs von der federführenden Hamburger Agentur „Syndicate“ beim offiziellen Start der neuen Marke im Juli 2022. Damit die Wurzeln der Ortenauer Wirtschaftsförderung dabei nicht ganz verloren gingen, hatten die Verantwortlichen noch den Slogan „Black Forest Power Region“ – also „Schwarzwald Kraft-Region“ – angefügt. Auf Englisch, da auch die Werbung um Fachkräfte im Ausland in den Fokus rückte.

Zwei Gemeinden haben das Netzwerk verlassen

Rund acht Monate nach der Umbenennung ist das Netzwerk um zwei Gesellschafter geschrumpft: Die Gemeinden Berghaupten und Oberharmersbach sind ausgetreten. Sie sahen die Interessen der kleineren Kommunen nicht mehr ausreichend berücksichtigt. „Im Wesentlichen wurde dieser Schritt mit der grundlegenden Neu-Ausrichtung des Unternehmens weg von kommunaler Wirtschaftsförderung hin zu Marketing- und PR-Tätigkeiten für in der Region ansässige Großunternehmen begründet“, so eine Erklärung im Berghauptener Amtsblatt. Die Gemeinderatsentscheidung für den Austritt war demnach einstimmig gefallen. Berghaupten spart sich so rund 5000 Euro „Mitgliedsbeitrag“ – 1,70 Euro pro Einwohner trägt die Umlage für die nun noch 50 Gesellschafterkommunen.

Auch der Oberharmersbacher Rat hatte keinen Mehrwert mehr für die Gemeinde gesehen. „Wir sehen das anders, akzeptieren aber die getroffenen Entscheidungen“, konstatiert Nectanet-Geschäftsführer Dominik Fehringer auf Anfrage unserer Redaktion. Weitere Austrittskandidaten gebe es keine. In den vergangenen Wochen hätten zum Thema Mehrwert für kleine Kommunen sieben regional verteilte Veranstaltungen stattgefunden. „Angesprochen waren die rund 900 Gemeinderäte der über 50 Gesellschafterkommunen“, so Fehringer. Der rund einstündige Vortrag beinhaltete die wesentlichen Aufgabenstellungen, Dienstleistungen und Angebote. „Von den anwesenden Teilnehmern gab es durchweg Zustimmung zu unserer Arbeit.“

„Nectanet“ präsentiert Region auf dem Balkan

Auch Fehringers eigenes Fazit zu den ersten acht Monaten „Nectanet“ fällt positiv aus: „Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden.“ Der neue Name komme auch im Ausland gut an. „Von unseren internationalen Kontakten haben wir ausschließlich positive Bewertungen erhalten“, berichtet Fehringer, der diese Woche von einer Fachkräfte-Werbetour vom Balkan zurückkommt. „In den vergangenen zwei Wochen waren wir als Aussteller in Serbien und Nordmazedonien. Das war der Lackmustest – mit durschlagendem Erfolg und jeweils täglich 300 bis 500 begeisterten Kontakten am Messestand“, freut er sich.

Die Umbenennung von „Wirtschaftsregion Ortenau“ zu „Nectanet“ sei Teil eines intensiven strategischen Prozesses, der in den Jahren 2021 und 2022 in den Gremien der Gesellschaft stattgefunden habe. „Eine proaktive Wirtschaftsförderung muss heute international Wirkung entfalten können. Dies haben wir in den vergangenen Jahren zunehmend festgestellt“, so Fehringer. Beispiele seien die Betreuung von Investoren, die Vernetzung der Start-up-Szene und auch die Gewinnung von Arbeitskräften. Neben der Internationalisierung war auch die Digitalisierung ein wesentliches Argument. „Mit der neuen Marke, die sich deutlich abhebt vom Marktumfeld, können wir im digitalen Raum besser agieren“, macht Fehringer deutlich.

Brasilien-Reise

„Nectanet“ reist mit einer Delegation am Samstag, 18. März, für zehn Tage nach Brasilien. Wie bei den Reisen des Wirtschaftsbeirats nach Berlin, Brüssel, Estland und China werden wieder Unternehmer und Politiker mit dabei sein. Die Delegation umfasst 25 Teilnehmer, die die Kosten selbst tragen. Besuche der Städte Sao Paulo, Brasilia und Manaus stehen auf dem Programm. Ziel ist es, Kontakte zu Politik und Wirtschaft zu knüpfen.