Die Ortsgruppe Dotternhausen des Schwäbischen Albvereins hat das Pachtverhältnis mit der Gemeinde Dotternhausen gekündigt. Laut Bürgermeisterin Marion Maier gebe es Interessenten für die Hütte. Der Gemeinderat werde sich mit dem Thema beschäftigen.
Seit Ende Mai vergangenen Jahres ist die Plettenberghütte verwaist. Zuvor war sie eine beliebte Einkehrmöglichkeit bei Wanderern, Ausflüglern und Menschen aus der Umgebung.
Fast 60 Jahre lang hatte die Ortsgruppe Dotternhausen des Schwäbischen Albvereins die Hütte von der Gemeinde gepachtet und dafür gesorgt, dass es immer einen Wirt gibt, der die Besucher verköstigt. Doch damit ist jetzt Schluss: Bereits im November vergangenen Jahres hat der Verein das Pachtverhältnis mit der Gemeinde auf 14. April gekündigt – und dabei bleibt es, wie die Ortsgruppen-Vorsitzende Ilse Ringwald auf Nachfrage bestätigt.
Die Bedingungen passen nicht
Über die Wintermonate hat der Verein die Hütte so hergerichtet, dass sie zurück an die Gemeinde übergeben werden kann, die wenigen vereinseigenen Gegenstände wurden ausgeräumt. Derzeit befindet man sich laut Ringwald noch mit der Gemeinde Dotternhausen in Abstimmung über einen Termin für die Übergabe.
Ringwald berichtet, dass sich das neunköpfige Vorstandsteam die Entscheidung, das Pachtverhältnis zu kündigen, nicht einfach gemacht habe. „Unter den Bedingungen konnten wir es nicht guten Gewissens weiterführen“, erklärt Ringwald.
Kein Musizieren mehr
Denn für einen Betrieb auf dem Plettenberg inmitten der Natur gebe es Auflagen, die einen Betrieb der Plettenberghütte so, wie der Verein es sich vorstellt, nicht ermöglichen. Das Gaststättengesetz lasse es beispielsweise nicht zu, dass in der Plettenberghütte Livemusik gespielt wird. Bisher sei Musizieren geduldet gewesen, künftig soll dem nicht mehr so sein. Außerdem sei die Zufahrt zur Hütte ein Hemmnis: Autos müssen auf dem oberen Parkplatz parken, was für Einkehrer bis zur Hütte einen steilen Fußmarsch von rund 100 Metern bedeutet. Wer nicht gut zu Fuß ist, hat das Nachsehen.
Keine Lösung gefunden
Es habe im vergangenen Herbst mehrere Gespräche mit dem Landratsamt und der Gemeinde gegeben, doch ohne befriedigendes Ergebnis. „Wir haben keine Lösung gefunden, die für beide Seiten Sinn macht“, erklärt Ringwald. „Es war ein gutes Miteinander, schade dass es auseinandergehen musste“, meint Ringwald. Doch für den Verein sei es die richtige Entscheidung gewesen. „Die Albvereinsmitglieder gehen weitestgehend mit der Entscheidung mit“, so die Vorsitzende.
Es gibt Interessenten
Die Ortsgruppe war nicht nur für die Hütte selbst zuständig, sondern kümmerte sich auch um die Pflege des Geländes samt Spielplatz. Künftig werde auch diese Aufgabe in den Händen der Gemeinde liegen. Über die Pflege der Wanderwege zum und auf dem Plettenberg werde man sich einigen müssen.
Ab 14. April ist wieder die Gemeinde für die Hütte zuständig. Ob in diesem Sommer auf 1000 Höhenmetern wieder Getränke ausgeschenkt und Vesper serviert werden, steht derzeit noch in den Sternen. Doch es gibt Hoffnung: Laut Bürgermeisterin Marion Maier gebe es durchaus Interessenten für die Hütte. Der Gemeinderat werde sich nach der Übergabe mit dem zukünftigen Konzept und den bereits vorhandenen Interessenten beschäftigen.
Die Plettenberghütte
Fast 60 Jahre
Das ehemalige Schafhaus wurde 1967 vom Albverein umgebaut und seither auch als Einkehrmöglichkeit an den Wochenenden betrieben
Pacht
Die Ortsgruppe hat das Gebäude von der Gemeinde gepachtet, sich um dessen Unterhalt gesorgt und die Anlage gepflegt. Der Verein wiederum verpachtete die Gastronomie seit 2011, zuletzt sieben Jahre lang an Nadine Bechthold. Zuvor sorgte der Verein um die 20 Jahre lang selbst für die Bewirtung. Davor wiederum habe es bereits externe Pächter gegeben. Die Pachteinnahmen aus der Gastronomie sind laut Ringwald direkt in den Unterhalt der Außenanlagen geflossen ist.