Das neu eröffnete „Bella Balkania“ in Geislingen macht nach nur acht Tagen wieder dicht. Die Gründe.
Es klingt wie ein schlechter Scherz: Das neu eröffnete Restaurant Bella Balkania in Geislingen verkündet auf Instagram überraschend sein Ende.
Auch auf Google war nurmehr tiefrot unterlegt zu lesen: „Dauerhaft geschlossen“. Und auch ein Zettel an der Tür verkündet die traurige Nachricht: „Wir bedanken uns für die gemeinsame Zeit“. Gerade mal acht Tage soll das Bella Balkania überlebt haben. Kann das stimmen?
„Ja, es ist so“, bestätigt Jetmire Kalludra auf Anfrage unserer Zeitung am Donnerstagabend das unerwartete Aus. Die Familie Kalludra hatte die Immobilie von den Vorbesitzern gekauft, viele Jahre lang fand man dort das chinesische Restaurant „Am Schloss“. Vor einer Woche hätte es ein erfolgreiches Rebranding mit Gerichten aus Italien und dem Balkan geben sollen. Daraus wird nun nichts.
Suche nach Pächter beginnt
Jetmire Kalludra nennt als Grund, dass es niemanden mehr gab, der die Gäste hätte bekochen können. Und das, obwohl das Bella Balkania laut eigener Aussage mit zwei Köchen an den Start ging und ein dritter im Gespräch war. Wie konnte das passieren? „Einer der Köche ist abgesprungen“, erklärt Kalludra. Der mögliche dritte habe abgesagt, und der verbliebene Koch hätte die Aufgabe nicht alleine wuppen können. Daher habe man sich schweren Herzens für einen Schlussstrich entschieden – acht Tage nach der Eröffnung.
„Von uns kann niemand kochen“, bedauert Jetmire Kalludra. Ihr sei bewusst gewesen, dass das vorige Restaurant einen guten Ruf im Zollernalbkreis genoss. Diesen habe man nicht aufs Spiel setzen wollen, und den eigenen Start habe man sich freilich anders vorgestellt. Man wolle daher nichts anbieten, zu dem man nicht hundertprozentig stehe. Insofern sei die Entscheidung schwer gefallen, sie sei aber nötig gewesen.
Gespräche gibt es noch keine
Nun steht die Familie vor einem renovierten, aber leeren Restaurant. „Das war natürlich alles viel Arbeit“, sagt Jetmire Kalludra. Und da die Immobilie ohnehin ihnen gehört, gehe man nun auf die Suche nach einem Pächter. „Wenn alles passt, würden wir so früh wie möglich verpachten“, betont sie. In Gesprächen sei man aber natürlich noch nicht.
Immerhin sei die Familie anderweitig in stabilen Jobverhältnissen. Mann und Sohn hätten Arbeit und Jetmire Kalludra selbst leide an gesundheitlichen Problemen. Der Fokus liege erstmal darauf, sich zusammenzuraufen und optimistisch zu bleiben – um der Stadt Geislingen und den Gästen des jetzt ehemaligen Bella Balkania eine Alternative zu bieten.