Freuen sich, dass sie die Größe richtig geschätzt haben: Der Abteilungsleiter der Jugendhilfe Georg Pfeiffer (von links), Sozialdezernent Tobias Haußmann und Landrat Helmut Riegger (rechts) schenkten Wolfgang Borkenstein zum Abschied ein VfB-Trikot. Foto: Felix Biermayer

Kreisjugendreferent Wolfgang Borkenstein geht nach 28 Jahren in dieser Funktion in Rente. Für seine jahrzehntelange Arbeit bekommt er viel Lob aus der Chef-Etage des Landratsamts.

Dass Wolfgang Borkenstein nicht mehr ganz jung ist, sieht man ihm durchaus an. Im Jugendausschuss humpelt er zum Rednerpult. „Fangen Sie schon mal an. Ich brauch noch“, ruft er Landrat Helmut Riegger halb im Scherz zu. Dass Borkenstein das Rentenalter erreicht hat, fällt aber jedem schwer zu glauben, der sich mit ihm unterhält. Er ist nah dran an den Themen der Jugendlichen und Kinder, er kennt die Trends. Dabei wirkt er nicht krampfhaft jung geblieben. Das fänden junge Menschen vermutlich auch merkwürdig.

 

Interesse wirkt authentisch

Nein, bei Borkenstein wirkt das Interesse an den Belangen junger Menschen authentisch. Es interessiert ihn einfach wirklich und er will sich für sie einsetzen. Das erkannte auch Riegger an. Borkenstein sei ein „Berufsjugendlicher“ und „Mister Kreisjugendring“. Denn Borkenstein ist auch Geschäftsführer des Kreisjugendrings. Diesen habe er wie kein anderer geprägt, so Riegger. „Sie waren immer vorne dabei. Sie haben alles für die Jugendlichen getan“, sagte der Landrat über Borkenstein. Dafür wolle er einfach Danke sagen, so Riegger. Und er stellte fest, dass er und Borkenstein fast gleich alt sind.

„Niemand darf durchs Raster fallen“

„So einen wie Wolfgang wird’s nicht mehr geben“, meinte Sozialdezernent Tobias Haußmann. Dass Borkenstein 28 Jahre das Kreisjugendreferat geprägt habe, sei etwas Außergewöhnliches. Borkenstein habe immer ein Motto gehabt: „Niemand darf durchs Raster fallen“. Dafür habe er sich mit sehr viel Leidenschaft und Ruhe eingesetzt. Nebenher habe er das Kreisjugendreferat von einer „One-Man-Show“ zu einem professionellen Ausbildungsbetrieb umgebaut. Er hinterlasse „sehr prägende Fußabdrücke“, so Haußmann. „Vielleicht wird ja mal noch ein Jugendhaus nach dir benannt“, sagte der Sozialdezernent zu Borkenstein.

Der nutzte die Gelegenheit, um sich beim Jugendhilfeausschuss zu bedanken. „Es hat mir immer Spaß gemacht“, so Borkenstein. Und er verwies auf einen ganz besonderen Erfolg: „Alles, was ich im Ausschuss beantragt habe, wurde immer genehmigt“, freute er sich. „Danke für alles“, sagte er in die Runde.

Borkenstein bekam zum Abschied ein VfB-Trikot. Denn neben der Jugendhilfe sind die Kicker seine große Leidenschaft. Um die 900 Spiele habe er schon vor Ort gesehen, erzählte Borkenstein. Auf dem Trikot prangt die Nummer 28 für all die Jahre, die er Kreisjugendreferent war. Ende Juni ist es damit dann vorbei. Dann hat er noch mehr Zeit für seinen VfB.