Nach dem 2:2 bei den Stuttgarter Kickers bleibt die TSG Balingen ohne Sieg. Martin Braun bezeichnet den Saisonstart zwar als „normales Szenario“, trotzdem ärgern sich die Beteiligten über das Remis.
„Mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein. Wenn du 80 Minuten in Überzahl bist, dann willst du und musst du das Spiel eigentlich gewinnen.“ So lautete das Fazit von Doppeltorschütze Moritz Kuhn nach dem 2:2 im Gazi-Stadion.
Der 32-Jährige hatte die TSG mit seinen Treffern zwei Mal in Führung gebracht und wie schon beim Heimspiel gegen den FSV Frankfurt herrlich aus der Distanz getroffen. Er sagt selbst: „Ich handle da intuitiv. Wenn ich der Meinung bin, ich muss aufs Tor schießen, dann mache ich das auch. Da gehört aber immer auch ein bisschen Glück dazu.“ Da die Degerlocher mit Kevin Dicklhuber aber ebenfalls einen Kunstschützen in ihren Reihen haben und sich zudem gefährlich bei Standards zeigten, hatte die Führungs jeweils nicht lange Bestand.
Kuhn bemängelt, dass die Balinger trotz achtzigminütiger Überzahl kaum weitere Torchancen kreieren konnten. „Die Kickers haben es sehr gut, da muss man auch den Hut ziehen. Uns ist aber viel zu wenig eingefallen und teilweise hat auch der Mut gefehlt. Nun gilt es, eine gute Trainingswoche hinzulegen.“
Bilanz in Über- und Unterzahl
Interessant: Bereits Ende März in Offenbach hatte die TSG Balingen aus einer langen Überzahl – damals 60 Minuten – kein Kapital schlagen können und verlor mit 1:2. In Unterzahl präsentierte sich die TSG dafür immer wieder standhaft, auch wenn die Zeiträume meist deutlich kürzer waren. Am 2. Spieltag in Mainz verteidigte man in den Schlussminuten zu Zehnt das 1:1, in der vergangenen Spielzeit brachte man so die Führung in Trier über die Zeit, holte ein 1:1 gegen Astoria Walldorf und Mainz II.
Cheftrainer Martin Braun, der sich am Samstag extrem über die Gegentreffer ärgerte, gab auf der Pressekonferenz noch seine Meinung zum Balinger Saisonstart preis. „Die Liga ist so extrem eng. Dass wir nach sechs Spieltagen vier Punkte haben ist für mich gar keine Überraschung. Das ist für mich ein völlig normales Szenario, dass es passieren kann, dass wir mehrere Spiele nicht gewinnen, obwohl wir ordentlich spielen.“
Die Stuttgarter Kickers stehen auch nach diesem Spieltag auf dem 2. Tabellenplatz. Auch hier verteilte Braun jede Menge Lob, hob dann aber auch hervor, dass es doch krasse Unterschiede zur TSG gäbe. „Bei allem Respekt. Die Kickers haben sieben Spieler verpflichtet, da könnten wir nicht mal bei Einem anrufen.“ Während die Kickers dann am Samstag den VfR Aalen empfangen, trifft die TSG Balingen auf Astoria Walldorf. Die Mannschaft von Matthias Born besiegte am Sonntag die zuvor noch verlustpunktfreie Zweitvertretung des VfB Stuttgart mit 2:1.