Stefanie Helbling wurde im Gottesdienst in der Kirche in Glatten in ihr Amt eingesetzt.
Die Besucher der evangelischen Kirche in Glatten nahmen an einem ganz besonderen Fest teil. Der gewohnte Rahmen des Gottesdienstes war diesmal rundum abgestimmt auf die Investitur von Stefanie Helbling.
Im offiziellen Talar schritt sie hinter elf Kirchengemeinderäten der Verbundkirchengemeinde Glatten, Böffingen, Neuneck durch den Mittelgang der 600 Jahre alten Kirche nach vorn zum Altar, um ihr neues Amt als Pfarrerin zu bestätigen.
Wie glatt war ihr Weg bis zu diesem Tag verlaufen? „Geboren im oberen Murgtal freute ich mich bereits als Teenager, mit Kindern zusammen die frohe Botschaft praktisch umzusetzen“, sagte Pfarrerin Helbling. Auch in anderen kirchlichen Bereichen habe sie mitgearbeitet. „Irgendwann kam die Frage auf mich zu, ob ich mir vorstellen könnte, Theologie zu studieren.“
Theologiestudium in Tübingen und Greifswald
Es folgten viele Semester an den landeskirchlich-evangelischen Universitäten in Tübingen und in Greifswald an der Ostsee. Zu den Studiengängen gehörten auch Probe-Gottesdienste in unterschiedlichen Gemeinden. Wie üblich, schloss sich ein dreijähriges Vikariat an.
Als es darum ging, sich für eine Pfarrstelle zu bewerben, ergab sich die „glatte“ Möglichkeit, die Anfrage aus Glatten als willkommenen Wink anzunehmen. Ruheständler Pfarrer Reinhard Sayer überließ die Wahl einer Nachfolge mit entsprechenden Qualitäten gerne den verantwortlichen Kirchengemeinderäten. So kamen die privaten Hoffnungen und die Wünsche der Kirchengemeinde auf glatte Art zusammen. Seit Mai 2023 ist Stefanie Helbling, geborene Walz, aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken.
Ihre Kraft und Gaben will sie gerne „investieren“
Der Predigttext, seine alltagsbezogene Auslegung und die Liedauswahl hatten in dem evangelischen Jahresleitwort ihre geistliche Grundlage.
Zur feierlichen Investitur gehört es, öffentlich zu verlesen, dass die Gemeinde ihren Entschluss bekräftigt, die Kandidatin gewählt zu haben. Ebenfalls vorgelesen und persönlich bestätigt wurde die feste Zusage der Gewählten, sich ihrer großen Aufgabe als „Dienerin“ bewusst zu sein. Ihre Kraft und Gaben wolle sie gerne „investieren“, sagte Helbling.
Lobende Worte über die angenehm fröhliche und offene Art der nun fest installierten Pfarrerin kamen auch von kommunaler Seite. Private Erinnerungen aus der Kinder- und Jugendzeit der „Amtsperson“ – aber ebenso der Ehefrau und Mutter zweier Kinder – trugen zusätzlich zur angenehmen Stimmung im Kirchenschiff bei. Im vor kurzer Zeit neu gestalteten Gemeindehaus wartete anschließend ein opulentes Büfett mit Snacks aller Art auf die Besucher des Investiturgottesdienstes.