Märit Kaasch vor „ihrer“ Johanneskirche – von dieser muss sie sich nun verabschieden. Foto: Schölzel

15 Jahre lang war sie das Gesicht der Johanneskirche in Schwenningen für viele Gemeindemitglieder. Jetzt schlägt Pfarrerin Märit Kaasch jedoch ein neues Kapitel auf und verlässt die Gemeinde. Mit unserer Redaktion spricht sie über Mitgliederschwund der Kirche und worauf sie sich freut.

Jetzt heißt es Abschied nehmen: Pfarrerin Märit Kaasch verlässt zum August die Evangelische Kirchengemeinde in Schwenningen.

 

15 Jahre war sie Pfarrerin in der Johanneskirche in Schwenningen, jetzt wird für sie ein neues Kapitel aufgeschlagen, denn Märit Kaasch verschlägt es nach Sachsen-Anhalt in die Heimat ihres Mannes.

Für sie bedeutet das ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge – 15 Jahre an einem Ort sei für die Pfarrerin, die in ihrem Leben bereits 18 Mal umgezogen ist, ja eine lange Zeit. Doch jetzt wartet das neue, das Unbekannte. „Ich liebe Neuanfänge“, sagt Märit Kaasch im Gespräch, sie freue sich auf die neue Stadt, das neue Umfeld, die neuen Menschen – und auch die neuen Probleme.

Mitgliederschwund schmerzt ihr

Besonders treibe sie hier die Kirchenaustritte um. Dieser sei bereits in Schwenningen zu merken, doch zieht es sie jetzt in eine Gegend, in der die Kirchengemeinde weitaus kleiner ist. Die Thematik schmerze Kaasch, sie verstehe es wenn Menschen sich dazu entscheiden, auszutreten. Doch dürfe man nicht vergessen, welchen Stellenwert die Kirche für etliche soziale Einrichtungen hat. Angst um ihre persönliche berufliche Zukunft habe sie bei der Thematik aber nicht – wo Herausforderungen liegen, seien auch Chancen.

Doch die Veränderung passe gerade jetzt familiär sehr gut. Wie es der Zufall will, wird sie auch in ihrer neuen Gemeinde eine Johanneskirche betreuen, worüber sie schmunzelt, und zuständig für etwa 2000 Gemeindemitglieder sein. Dabei hofft sie, dass ihre neue Stelle ähnlich strukturiert sei, wie ihre alte – in Schwenningen war sie zu 50 Prozent in der Gemeinde und zu 25 Prozent in der Hochschulseelsorge tätig.

Abschiedsgottesdienst am Sonntag

Die Arbeit mit internationalen Studenten habe sie sehr bereichert, wie sie sagt. So wurde etwa ein Gastfamilienprogramm auf den Weg gebracht, bei dem internationale Studenten zusammen mit hiesigen Familien kochten, Ausflüge machten und ihre neue Gegend kennenlernten. Viele der Tätigkeiten in der Hochschulseelsorge seien durch Corona aber wieder weggefallen. „Das hat die Hochschullandschaft schon verändert“, gibt die Pfarrerin zu.

Das Zusammenleben in der Gemeinde wird Kaasch jedenfalls positiv in Erinnerung behalten: „Zusammen mit der Gemeinde die wichtigsten Sachen im Jahr zu erleben, wie Heiligabend, Ostern oder all unsere Feste, das war toll“, bilanziert sie.

Am kommenden Sonntag, 16. Juli, wird ihr letzter Sonntagsgottesdienst in Schwenningen stattfinden. In der Predigt geht es um das Thema „Fürchte dich nicht“. „Das passt doch“, schmunzelt Kaasch. Nach dem Gottesdienst gibt es die Möglichkeit bei einem Kuchenbuffet sich persönlich von Märit Kaasch zu verabschieden.