Nach zuvor sieben Niederlagen gegen den BVB hat der SC Freiburg gegen Borussia Dortmund am Sonntag einen Punkt geholt. Am Ende wäre sogar mehr drin gewesen.
Christian Günter, Matthias Ginter oder Vincenzo Grifo. Ganz gleich welcher Freiburger Profi sich am Sonntagabend auf dem Weg in die Kabine äußerte, allen war die innerliche Zerrissenheit anzumerken. Denn auf der einen Seite hatten die Freiburger beim 1:1 gegen Borussia Dortmund den ersten Punkt nach sieben Niederlagen in Serie gegen den BVB geholt.
Auf der anderen Seite, da waren sich alle einig, waren es am Ende schon fast zwei verlorene Punkte. „Wenn vorher jemand gesagt hätte, dass wir gegen Borussia Dortmund einen Punkt holen, dann wäre es okay gewesen. So im Nachhinein wäre mehr drin gewesen, glaube ich“, sagte Kapitän Günter und fasste zusammen, was wohl viele im Stadion dachten.
Dabei sah es am Anfang aus Freiburger Sicht nicht allzu gut aus, die Dortmunder waren direkt um Spielkontrolle bemüht. Bereits nach fünf Minuten kamen die Gäste aus Westfalen durch Stürmer Serhou Guirassy zu einer ersten guten Gelegenheit. Dass der Stürmer diese und zwölf Minuten (17.) später eine weitere Kopfballchance ausließ, passte zu seiner zuletzt sehr schwankenden Form.
Manzambi meldet den SC Freiburg an – danach spielt wieder der BVB
Im Gegensatz zu Johan Manzambi: Der Freiburger Youngster spielt seit Wochen in Topform und meldete am Sonntag die Freiburger nach gut zehn Minuten das erste Mal an. Doch nachdem er Emre Can stehen ließ scheiterte er an BVB-Torwart Gregor Kobel. Ansonsten jedoch hatten die Dortmunder in Durchgang eins mehr vom Spiel. Carney Chukwuemeka traf aus spitzem Winkel den Pfosten, Cans Schuss war sichere Beute für SC-Schlussmann Noah Atubolu.
Ramy Bensebaini trifft zur Führung für Borussia Dortmund
In der 31. Minute war es dann Ramy Bensebaini, der zur verdienten Führung für den BVB traf. Ein Freistoß aus dem rechten Halbfeld kam zum langen Pfosten durch, wo der Abwehrspieler relativ unbedrängt aus kurzer Distanz den Ball über die Linie stocherte.
Die Gastgeber taten sich offensiv auch danach weiter schwer. Mehrfach wurden in Umschaltsituationen die falsche Entscheidung getroffen. Auch als Yuito Suzuki (40.) aus der Drehung am Tor vorbeischoss, wäre wohl auch ein Pass in den Rückraum möglich gewesen. Und doch war es zumindest ein kleiner Wachmacher für den Sport-Club, der durch Günter kurz vor der Pause (45.) noch eine Gelegenheit hatte.
Nach dem Seitenwechsel spielt nur noch der SC Freiburg
Der Kapitän war es auch, der nach dem Seitenwechsel fast den Ausgleich erzielte. Jobe Bellingam hatte Philipp Treu 17 Meter vor dem Tor – nach Risikopass von Kobel – gefoult und folgerichtig die Rote Karte (53.) gesehen. Die doppelte Bestrafung im Sinne des direkten Gegentors blieb dem BVB zwar erspart, doch die Freiburger wurden in Überzahl aktiver.
Treu (64.), Ginter (68.) und in der selben Szene erneut Treu hatten gute bis sehr gute Abschlüsse – allerdings ohne Torerfolg. Genau wie in der 73. Minute, als Suzukis abgefälschter Schuss aus 19 Metern von Kobel stark an die Latte gelenkt wurde. Zwei Minuten später durften die Fans, denen kurz zuvor der Torschrei im Hals stecken geblieben war, dann aber doch jubeln. Lucas Höler traf äußerst sehenswert per Seitfallzieher zum verdienten Ausgleich.
Am Ende können alle mit dem Ergebnis leben
Und auch danach wollten die Freiburger mehr, während die Dortmunder dem Schlusspfiff entgegen taumelten. Viel hätte dabei nicht gefehlt und der Sport-Club hätte alle drei Zähler daheim behalten. Doch bei Igor Matanovics Tor (86.) stand ein Freiburger knapp im Abseits. Und so blieb es bei einem Punkt. Mit diesem konnten am Ende alle irgendwie leben. Auch wenn es für Freiburg zwei Zähler mehr hätten sein können.