Zum Abschluss des Nabu-Projekts „Natur nah dran“ zieht der Binzener Bürgermeister Andreas Schneucker eine positive Bilanz.
Mit „Natur nah dran“ zur insektenfreundlichen Kommune: In der Gemeinde Binzen haben Wildpflanzen und Insekten auf mehreren Grünflächen Einzug gehalten und lassen es jetzt im Sommer vielfältig summen und brummen. Die angelegten Wildblumen- und Staudenflächen sind Teil des Projekts von Naturschutzbund (Nabu) und Umweltministerium Baden-Württemberg zur Förderung der Artenvielfalt in Städten und Gemeinden, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde Binzen.
Seit dem Projektstart im März 2024 haben ehrenamtliche Helferinnen und Mitarbeiter des Werkhofs einiges auf den Weg gebracht: Sie haben drei öffentliche Flächen mit insgesamt 880 Quadratmetern insektenfreundlich umgestaltet. Dabei wurden 3805 Blumenzwiebeln eingesetzt und auf 583 Quadratmetern Wildpflanzen-Saatgut ausgebracht. Ferner wurden 54 Sträucher und 1048 Stauden gesetzt beziehungsweise gepflanzt.
Zwei Mitarbeiter des Werkhofs sowie die ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen haben im Projektzeitraum Schulungen für naturnahe Grünpflege besucht. Rund 13 530 Euro Fördergelder hat die Gemeinde Binzen aus Mitteln des Umweltministeriums Baden-Württemberg erhalten, unter anderem für Saatgut und Bodenmaterial.
„Natur nah dran“ ist nur der Start
Die Teilnahme am Nabu-Projekt „Natur nah dran“ ist für Binzen nur der Auftakt, um mit Wildpflanzen im Gemeindegebiet die Biodiversität zu unterstützen, heißt es. Die neu angelegten Flächen werden dauerhaft naturnah gepflegt, so dass sich mit der Zeit stabile, artenreiche Pflanzengemeinschaften etablieren können. „Nach nicht mal einem Jahr sind schon viele Insekten an den Pflanzen zu sehen – es summt und brummt hier inmitten unserer Gemeinde,“ freut sich Bürgermeister Andreas Schneucker.
„Auch wenn wir uns noch an die neue, etwas wildere Optik der Blühflächen gewöhnen müssen, sind wir jetzt schon begeistert von den Ergebnissen. Deshalb werden wir weitere Flächen insektenfreundlich anlegen und rufen auch die Bevölkerung zum Mitmachen auf. Lassen Sie etwas mehr Vielfalt in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon zu“, ergänzt er.
Für die Anlage neuer Flächen kann das Team des Bauhofs auf ein Repertoire an Maßnahmen aus den „Natur nah dran“-Workshops zurückgreifen, die in Binzen schon zum Einsatz kamen: So wurde bei der Fläche vor der Gemeindehalle der komplette Boden ausgehoben und durch ein Gemisch aus Mineralschotter und Kompost ersetzt, bevor die Flächen neu bepflanzt und eingesät wurden. Diese Standorte entwickeln sich am schnellsten.
Manchmal ist etwas mehr Geduld nötig
Beim Kinderhaus „Süd“ braucht es mehr Geduld, bis ein reiches Blühangebot zu sehen ist. Dort wurde der Boden lediglich gepflügt und danach Samen von Wildpflanzen eingesät, die sich mit der Zeit über die gesamte Fläche ausbreiten sollen.
„Nach anfänglicher Skepsis haben wir von den Bürgerinnen und Bürgern viel positive Rückmeldung bekommen“, erinnert sich eine ehrenamtlichen Helferin. „Manche Maßnahmen, wie das Mähen in voller Margeriten-Blüte, waren ungewohnt und erklärungsbedürftig, aber wir stehen voll hinter dem Projekt. Besonders toll ist es, wenn man sieht, wie gleich mehrere Bienen an einer Nickenden Distel oder einem Kopflauch Pollen sammeln – das sind echte Insektenweiden.“
Naturnah gestaltete Flächen sind lebendig und verändern sich im Laufe der Zeit, heißt es weiter. Arten, die in diesem Jahr stark waren, wie Mohn oder Kornblume, machen nächstes Jahr anderen Arten Platz. Vor allem mehrjährige Wildpflanzen wie der blaue Natternkopf oder die violette Skabiosen-Flockenblume gehören zu den Pflanzen, die besonders wertvoll für Insekten sind.
Vögel finden dort Samen
Auch nach der Blüte erfüllen manche noch einen wichtigen Nutzen: Die verdorrten Stängel vertrockneter Wildstauden, wie der Königskerze, werden im Herbst nicht abgeräumt, sondern bleiben bis ins nächste Frühjahr stehen. Vögel wie Distelfinken finden dort Samen und Wildbienen nisten in den Stängeln.
www.naturnahdran.de
Natur nah dran
Hintergrund:
Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von Nabu und Land wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Von 2022 bis 2027 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert. Seit 2016 wandelten 121 Kommunen bereits über 265 000 Quadratmeter naturnah um.
Internet:
www.naturnahdran.de