Die Tier- und Pflanzenwelt leidet unter der Trockenheit. Die Hechinger NABU-Gruppe betont, wie Wasser in der Natur gehalten werden kann – und was Gartenbesitzer tun können.
Das derzeit niederschlagsarme Wetter hat sogar das Biotop in der Nähe des Hausener Hofs zwischen Stetten und Domäne trockengelegt. Deutlich sichtbare Risse durchziehen den Boden. Eigentlich ist die Renaturierungsfläche in ihrer Wannenform dafür geschaffen worden, dass sich Wasser ausbreiten und gehalten werden kann. Das dort wachsende Schilf und der Blutweiderich deuten immerhin auf einen feuchten Standort hin.
Klar ist: Die Natur braucht dringend Regen – und zwar möglichst andauernden. Unter den Folgen der Trockenheit leiden insbesondere die Tier- und Pflanzenwelt. „Steht weniger Wasser für die Pflanzen zur Verfügung, fällt auch die Futterverfügbarkeit für die Lebewesen dürftiger aus“, betonen Hans-Martin Weisshap und Jürgen Detel vom Vorstandsteam der Hechinger NABU-Gruppe, die insgesamt über 600 Mitglieder hat. So finden Bienen beispielsweise weniger Nektar. Nässeliebende Regenwürmer und Schnecken, die auf dem Speiseplan von Vögeln stehen, ziehen sich zurück. Und auch Füchse oder Marder müssen ihren Flüssigkeitsbedarf an weniger verfügbaren Wasserstellen decken und suchen Schutz in schattigen Wäldern.
Gartenbesitzer können mit Wasserstellen unterstützen
„Von der Trockenheit profitiert keiner“, sagen Weisshap und Detel. Zwar gebe es einige wärmeliebende Arten wie Laufkäfer, die sich durch die Veränderung der klimatischen Bedingungen auch in den hiesigen Breitengraden verstärkt ansiedeln. Aber: „Wasser braucht jeder.“
Daher sei es umso wichtiger, die seltenen Regengüsse in der Natur zu speichern. Beispielsweise indem Rückhaltebereiche in Flussläufen geschaffen werden. „Wir müssen viel mehr tun, um die Feuchtigkeit in der Landschaft zu halten“, betonen die Sprecher aus dem Hechinger NABU-Vorstand. Auch Gartenbesitzer können mit Teichen und flachen Wasserstellen die Tierwelt unterstützen. Wichtig sei in diesem Fall aber die hygienische Pflege dieser Einrichtungen, geben Weisshap und Detel weitere Tipps.
Die beiden betonen, dass es der Natur rund um Hechingen noch vergleichsweise gut gehe. „Trotz der extremen Trockenheit wirkt es immer noch grün.“ Da gehe es der Mittelmeerregion oder Teilen des Nordosten Deutschlands wesentlich schlechter.
Sich darauf auszuruhen, dürfe aber keine Option sein. Schließlich liegt zufolge des EU-Klimadienstes Copernicus der wärmste Juni in Westeuropa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erst kurz zurück.
Klimatische Bedingungen bei Stadtplanung beachten
Die NABU-Sprecher plädieren daher auch für mehr Grün in den Städten, um einen klimatischen Ausgleich zu schaffen. „Das muss stadtplanerisch stärker beachtet werden.“ Versiegelte Fläche heizen sich auf, in den Städten ist es daher einige Grad Celsius heißer als in der Natur.
In Hechingen beispielsweise sei der Obertorplatz für die NABU-Vertreter ein gutes Beispiel. Mit dessen Grundsanierung und den gepflanzten Bäumen gebe es dort nun schattige Bereiche. Auch das Schwammstadt-Konzept, wie es in der Zollernstaße umgesetzt werden soll, werde eine größere Rolle in Zukunft spielen. Jeder Bürger könne durch seine Gartengestaltung zudem der Natur Gutes tun. Auch für Hausbegrünungen gebe es Fördermittel.
Die Hechinger NABU-Gruppe trägt vor Ort ihren Teil bei. Teichpflegeprojekte wie in der Schlatter Heide mit dem städtischen Forst und dem Kreisjägerverband gehören dazu; bei der Neugestaltung des Eisweiher bringe man sich ein; dazu gibt es ein Kreuzotterprojekt bei Beuren.