Ortsgruppen-Vorsitzender Roland Fischinger lässt die 25-jährige Erfolgsstory des NABU Dunningen Revue passieren. Foto: Herzog

Innerhalb 25 Jahre ist die NABU-Ortsgruppe Dunningen seit der Gründung am 5. September 1997 von 35 auf aktuell 354 Mitglieder gewachsen. Nur dadurch war es möglich, mehrere Pflegeverträge mit der Kommune und dem Landkreis abzuschließen und umzusetzen.

Dunningen - Beim Festakt stellte Vorsitzender Roland Fischinger mit einer Bilderpräsentation die 25-jährige beeindruckende Geschichte des Naturschutzbunds Dunningen im Zeitraffer dar.

Weil es wichtig ist, Kinder an die Belange des Naturschutzbundes heranzuführen, wurde bereits im April 1999 eine Naturschutz-Jugendgruppe gegründet, die Kaspar Haag, Albin Haag und Heidrun Fischinger betreuten. Im Jahr 2000 zählte diese Gruppe bereits 37 Kinder. Ebenfalls in 2000 wurde ein Pflegevertrag für das "Beckenwäldle" abgeschlossen und eine Fläche für den Bau eines großen Laichgewässers bereitgestellt, der 2001 begann und umgerechnet circa 108 000 Euro kostete.

Flurneuordnung eine Herausforderung

Die Flurneuordnung von Seedorf habe große Herausforderungen an den NABU Dunningen gestellt. Erst nach langen Diskussionen und mit großer Unterstützung von Bürgermeister Gerhard Winkler sei dem NABU-Konzept zugestimmt worden. Inzwischen fühlten sich Zebraspinne, Feldlerche, Grauammer und Neuntöter dort wohl, hob Fischinger hervor. Der Flächenverbrauch in Dunningen war und sei immer noch sehr hoch. Die NABU-Ortsgruppe habe geeignete Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nach dem Grundsatz gefordert: "Wer ja zu Baugebieten sagt, muss auch Kompensationsmaßnahmen akzeptieren".

2004 sei das Projekt "Kunzenwiesen" gestartet worden, bei der die Ortsgruppe die Betreuung übernommen habe. Am "Steinbühl" seien wiederholt Flächen gekauft worden, wo nun eine drei Hektar große FFH-Blühwiese entstanden sei. Weitere Landschaftspflege-Verträge seien mit Landwirten abgeschlossen worden, wodurch sich seltene Blumen- und Insektenarten wieder ansiedelten. Im Frühjahr 2005 seien über 6137 Amphibien gezählt worden, schilderte der Vorsitzende. Für den Straßenbau Seedorf-Sulgen habe der NABU im Seedorfer Wald "Zündelwiesen" als neues Landschaftspflegeprojekt umgesetzt, das die Forstverwaltung äußerst skeptisch gesehen habe, weil Fichten entfernt worden seien. "Die Steiffe Segge und andere Arten finden hier ein wichtiges Rückzugsgebiet", verteidigte Fischinger die Maßnahme als Erfolg.

Kleinoase in Seedorf

2009 sei in Seedorf die Kleinoase "Aigele" mit vielen Pflanzen- und Tierarten entstanden, deren Wasserfläche im Frühjahr 2022 vergrößert worden sei. Erstmals seien 2010 wieder Biber in Dunningen aufgetaucht. Sie eroberten sich alte Wasserverläufe an Eberbach und Eschach zurück. Inzwischen seien 0,85 Hektar im Besitz des NABU. Die teilweise Offenhaltung der Böden lockten zahlreiche Limikolenarten an. "Weil die Biber Bäume fällen, stößt das in der Bevölkerung teilweise auf Kritik. Wenn aber der Biber kommt, kommen 30 weitere Tierarten", hielt Fischinger dagegen.

Im Gebiet Münsterbruck, Eschach, Eberbach und Riedbrunnen, das nur durch einen Weg getrennt werde, sei auf rund zwölf Hektar eine einzigartige Biotopvernetzung entstanden und nun könne die Anbindung des Steppengraben erfolgen. "Das ist eine einzigartige Chance in den nächsten Jahren", so der NABU-Ortsgruppen-Chef voller Tatendrang. Er bedankte sich bei einer Vielzahl von engagierten Funktionären und Helfern des Vereins für die tatkräftige Unterstützung, insbesondere bei seiner Frau Heidrun.

Blühbrachen sind wichtig

Im Anschluss referierte Diplom-Biologin und Vorstandsmitglied des NABU Rottenburg, Karin Kilchling-Hink zum Thema "Rebhuhn, Feldlerche und Co – bald nur noch Exoten in unserer Kulturlandschaft?". Wie in ihrem Vortrag deutlich wurde, braucht es vor allem Gehölz- und Heckenpflege. "Wir brauchen niedrige Offenlandstauden, aber keine Nutzpflanzung. Auch mehrjährige Blühbrachen sind für Insekten und Wildbienen viel wichtiger als nur einjährige, weil bei Letzter alle Fortpflanzungsversuche abgetötet werden", forderte sie.