Bürger sollen von regionaler Energieerzeugung finanziell profitieren, erklärt Deisslingens Bürgermeister Ralf Ulbrich. Auch am Netz könnte sich etwas ändern.
Im voll besetzten Bürgergemeinschaftshaus in Frittlingen konnte der Geschäftsführer der N!-Region 5 G Frank Nann die anwesenden Gemeinderäte der Mitgliedsgemeinden Aldingen, Deißlingen, Frittlingen und Wellendingen zu einer gemeinsamen Sitzung begrüßen – entschuldigt waren die Vertreter aus Denkingen.
Der Fokus lag auf den zukünftigen Schwerpunktthemen, die nunmehr zusätzlich zu den bereits laufenden Projekten in Angriff genommen werden sollen. Bürgermeister Ralf Ulbrich (Deißlingen) stellte diese vor. Man möchte unter anderem das Thema Energieerzeugung vor Ort, etwa in Form einer Energiegenossenschaft in Angriff nehmen.
Hilfe für El Salvador
Dabei geht es auch darum, die Bürgerschaft mit einzubinden, damit sie von der Energieerzeugung vor Ort finanzielle profitieren können. Dazu soll ein flächendeckendes Konzept erarbeitet werden und auf längere Sicht auch die Stromnetze kommunalisiert werden. Der nächste Markt der Möglichkeiten soll sich demzufolge dem Thema Energie widmen.
Ein weiteres Projekt ist die verstärkte Kommunikation über neue Kanäle, um viele Mitmenschen über die Projekte zu informieren und in die Arbeiteinzubinden. Die Kommunen sehen weiter eine Verantwortung für ihr Engagement in El Salvador, wo seit Jahren Kleinbauern in einem Naturreservat unterstützt werden. Dazu gehören auch die Bemühungen der N!-Region als Fair-Trade-Region anerkannt zu werden.
Investitionen ins Leitungsnetz
Einhellig wurden die Projekte von den Gemeinderatsgremien gebilligt. Weiter wurde zum Ausdruck gebracht, dass die nach dem Austritt der Gemeinde Denkingen verbliebenen Gemeinden Aldingen, Frittlingen, Deißlingen und Wellendingen weiter an dem Erfolgsprojekt N!-Region 5G festhalten werden. Auch der Name N!-Region 5 G wird bestehen bleiben – wobei man offen ist für weitere Mitgliedschaften. So gibt es bereits konkrete Anfragen.
Der Nachhaltigkeitsbericht beschreibt die Entwicklung der Region sowie der einzelnen Gemeinden – so sind die Wasserverluste kontinuierlich zurückgegangen. Der Grund: Die Gemeinden haben in den vergangenen Jahren in ihr Versorgungsnetz investiert und so den Wasserverlust senken können.
Klima, Alter und Jugend
Weiter sind Leuchtturmprojekte aufgelistet und Handlungsempfehlungen aufgeführt. Die Fortschreibung des Nachhaltigkeitsberichts wird bald auf der Homepage der N!-Region sowie auf der Homepage der beteiligten Gemeinden veröffentlicht.
Da im letzten Jahr das zehnte Jubiläum der N!-Region war, gab Bürgermeister a.D. Rudolf Wuhrer als eines der Gründungsmitglieder einen Überblick über die durchgeführten Projekte – vom Mobilitätskonzept über das Projekt „Jugendgerechte Kommune“, Klimaschutzkonzept, Nachhaltige Bewegungsförderung für Kinder oder auch „Alter in Form“ bis hin zur Krokusaktionen in den Schulen und Kindergärten.
Schlanke Verwaltung
Weiter führte er Veranstaltungen wie den „Markt der Möglichkeiten“, Vorträge von Carl Friedrich von Weizäcker, Andres Huber vom Club of Rome, Paul Westrich über Wildbienen oder jüngst Sven Plöger über den Klimawandel auf. Die Gründung der N!-Region sei aus seiner Sicht ein Segen für die Region gewesen. Denn die einzelnen Gemeinden wären alleine nicht in der Lage gewesen, diese Maßnahmen zu stemmen.
Er hob auch die schlanke Verwaltung mit einem Geschäftsführer auf Minijob-Basis mit der Steuerungsgruppe hervor. Dieses Konzept ermögliche den Jahresbeitrag von 5000 Euro pro Mitgliedsgemeinde.