Golden Retriever Sam starb eines unnatürlichen Todes. Foto: Schulze

Acht Jahre war Sam alt und zu jedem war er lieb und gutmütig – bissig war er nicht im geringsten. Nun ist er eines unnatürlichen Todes gestorben. Der Golden Retriever wurde offenbar vergiftet.

Schramberg-Heiligenbronn/Dunningen-Seedorf - Sogar wenn die Katze an den Futtertrog ging, ließ Sam diese gewähren – sämtlichen Tieren und Menschen gegenüber war er aufgeschlossen. Wenn er von seinen Besitzern Streicheleinheiten bekam, war er schon mehr als zufrieden. So beschreibt Tanja Schulze das friedvolle Wesen ihres Golden Retrievers Sam.

"Golden Retriever sind Familienhunde", weiß die 45-jährige Hundebesitzerin aus Seedorf. Doch nun ist Sam tot – gestorben wohl an einer Vergiftung. Sicher ist nicht, ob die Vergiftung mutwillig geschah oder ob der Vierbeiner versehentlich einen Giftköder gefressen hat. Wer jedoch etwas derart Schreckliches getan haben könnte, ist Familie Schulze ein Rätsel.

Das geschah

Sam war vor einigen Tagen müde und zeigte Erschöpfungssymptome. Er wollte seine Ruhe haben und erbrach sich dann auch. Als Tanja Schulzes Mann Sven am Tag darauf von der Arbeit nach Hause kam, wollte Sam nicht mal Gassi gehen. Der Hund reagierte nicht auf Zurufe und lag apathisch im Garten.

Das war Anlass, die Tierarztpraxis Biewer in Fluorn aufzusuchen. Sofort wurde der Vierbeiner auf eine Trage gehievt, und der Notfall erwies sich als Vergiftung.

Herzrasen und -rhythmusstörungen sowie starre Pupillen veranlassten Tierarzt Christian Biewer, schnell zu handeln und ein Gegengift zu spritzen sowie Infusionen zu legen. Zweieinhalb bis drei Stunden vergingen beim Arzt.

Um 18 Uhr an diesem Tag war aber alles Menschenmögliche getan. Eine halbe Stunde später schloss der Familienhund Sam für immer seine Augen. Nur der Tod konnte noch festgestellt werden.

Ursache wahrscheinlich Schneckenkorn

Höchstwahrscheinlich war es Schneckenkorn, mit dem Sam in Berührung gekommen ist, erklärt der Tierarzt auf Nachfrage unserer Redaktion. Sicher lasse sich das jedoch nicht sagen, da keine Obduktion vorgenommen wurde. Zum klinischen Bild mit Erbrechen und starren Pupillen passe es aber, so Biewer.

In solchen Fällen seien Tiere fast nicht zu retten. Ähnliche Fälle gab es schon – erst vergangenes Jahr im Sommer. Schneckenkorn sei bei Hobbygärtnern beliebt; in der Gegenwart von Hunden sei jedoch Vorsicht geboten.

Was kann getan werden?

Was können Hundebesitzer tun, wenn der Vierbeiner Anzeichen einer Vergiftung zeigt? Erster Ansprechpartner ist immer der Tierarzt oder die Tierklinik. Die entsprechenden Telefonnummern sollte jeder Tierbesitzer für den Notfall parat haben, rät eine Anlaufstelle für Tiervergiftungen.

Anzeichen für eine Vergiftung können Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit sein. Auch Zittern, Krampfen, besonders enge oder weite Pupillen sowie Atemprobleme sind für Vergiftungen symptomatisch.

Hierfür gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Gift-Notrufzentralen: Für Baden-Württemberg ist die Zentrale in Freiburg unter Telefon 0761/1 92 40 zuständig. Dort erhalten sowohl Menschen als auch Tiere mit Vergiftungssymptomen Hilfe. Dabei sollte nach Möglichkeit abgeklärt sein, welche Tierart in welchem Alter sich mit welchem Stoff vergiftet hat und ob Erkrankungen vorliegen sowie der Zeitpunkt der Vergiftung.

Auch sollte der Gang zur Polizei nicht gescheut werden, wenn Fremdeinwirkung vorliegt.