Die Polizei kann die Todesursache mit Hilfe von Veterinären schnell klären.
Das tote Pferd, das am vergangenen Freitag in einem stark angefressenen Zustand in einem Unterstand gefunden wurde, ist an einer seltenen Pilzerkrankung verstorben. Dies ergab eine fachmedizinischen Untersuchung beim Freiburger Chemischen und Veterinärmedizinischen Institut (CVUA) Freiburg, die eine sogenannte Luftsackmykose als Todesursache ergab.
Erster Polizeihauptkommissar Rocco Braccio, zuständig beim Polizeipräsidium Freiburg für zentrale Ermittlungen (unter anderem auch Tierschutz), sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Auffindesituation „sehr ungewöhnlich“ gewesen sei und dass die Pferdebesitzerin sich genau richtig verhalten habe. „Wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt und Sie dafür keine ausreichende Erklärung finden, ist es im Zweifelsfall immer richtig, die Polizei zu rufen“, sagte der erfahrene Ermittler, der selbst vor Ort war.
„Der Tierfraß war für die vergleichsweise kurze Zeitspanne von wenigen Stunden in einem punktuell sehr ausgeprägten Ausmaß an bestimmten Körperöffnungen ausgeprägt, außerdem fiel der Blutverlust sehr stark auf“, berichtet Braccio.
„Die Auffindesituation ließ auf eher mysteriöse Umstände schließen“, erläutert er, weswegen die Polizei auch mit einem größeren Team aus Spezialisten anrückte, um „vergängliche Spuren“ zu sichern. „Wir nehmen solche Situationen ernst“, erläutert Braccio, da als Alternativhypothese auch eine mögliche Verletzung des Tiers durch einen unbekannten Täter im Raum stand. Selbst erfahrene Veterinäre, die sich die Auffindesituation in Rheinfelden angeschaut hatten, fanden zunächst keine Erklärung für die im Nachgang tragischen Umstände des Todes.
Das ungefähr einjährige Tier hatte sich mitunter tödlich verlaufende Sporeninfektion eingefangen, die über die Atemluft übertragen wird und bestimmte Luftsäcke im Kopf des Pferds befällt, erläutert Braccio. Diese dienen im Wesentlichen anatomisch dazu, den Schall beim Wiehern resonanzmäßig zu übertragen und zu verstärken. In unmittelbarer Nähe dieser Luftsäcke verlaufen stark durchblutete Gefäße, an denen sich offensichtlich ein Riss gebildet hatte, wodurch das Tier einen starken Blutverlust erlitten hatte.
Dieser drastische Verlauf der von außen nicht sichtbaren Erkrankung, an dem das Pferd dann auch sehr schnell verstorben ist (vermutlich als Folge des starken Blutverlusts). „Es hat in dieser Nacht sehr stark geregnet, außerdem können Aas fressende Tiere Kadaver oft über eine größere Entfernung schnell orten“, sagte Braccio als Erklärung, warum der Tierfraß so schnell eingesetzt hatte.